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Blaues
Kreuz-Verein Biberach
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Chronik Ortsverein Biberach
Der Ortsverein Biberach konnte im Jahr 2001 auf sein 90 jähriges Bestehen zurückblicken. Dafür dürfen wir dankbar sein, dass Gott, das angefangene Werk bis auf den heutigen Tag gesegnet hat, um auch anderen zum Segen zu sein. Die Begründer der Blaukreuzarbeit in unserer Stadt, die alle aus dem CVJM kamen, waren im Spätherbst durch das Rißtal unterwegs. Die jungen Freunde Arthur Funk, Adolf Közle, Martin Siller und Fritz Angele beschlossen gemeinsam in Biberach einen Werbeabend für das Blaue Kreuz durchzuführen. Adolf Közle, der in Stuttgart auf der königlichen Akademie war, nahm Verbindung auf mit dem damaligen Blaukreuzsekretär Molitor vom Württembergischen Landesverband, und so kam dieser erste Werbeabend im Zeichensaal des alten Spitals zustande. 36 Menschen kamen zu dem Entschluss, sich um des Nächsten und Gefährdeten willen durch ihre Unterschrift zur Enthaltsamkeit von allen alkoholischen Getränken zu bekennen. Dabei stellte sich heraus, dass unter den Anwesenden bereits ein Blaukreuzler war, der schon sieben Jahre dem Münchener Verein angehörte. Er hieß Johannes Haid und wurde denn auch zum 1. Vorsitzenden des neuen Biberacher Blaukreuzvereins gewählt. Biberachs Dekan Werner stellte dem jungen Verein den Nähsaal der evangelischen Diakonissen unentgeltlich zur Verfügung. Der 1. Weltkrieg brachte dem Verein erhebliche persönliche Verluste. Nach Herr Haid hatte Herr Reichardt die Vorstandschaft inne, bis sie im Jahre 1922 Herr Angele übernahm. 1924 kam als erste Schwester Lina Jungwirth vom Mutterhaus der Hensoltshöhe Gunzenhausen nach Biberach. Der Zweite Weltkrieg hinterließ ebenfalls seine Spuren, und die Blaukreuzversammlungen mussten in verschiedenen Räumen abgehalten werden, so bei Reichardt, im Gasthaus Paradies, bei den Vollmer-Werken, sowie im ev. Gemeindehaus. So wurde es den Geschwistern immer mehr ein Gebetsanliegen einen eigenen Raum zu haben. Im Jahre 1950 übernahm Herr Heinrich Klement die Vorstandschaft. Auch in dessen Wirken legte Gott viel Segen für die Arbeit des Blauen Kreuzes, und es durften durch Gottes Gnade Menschen von der Sucht und Gebundenheit frei und gerettet werden. 1965 erfüllte sich dann der ersehnte Wunsch der Geschwister, und man konnte mit dem Bau des Blaukreuzhauses an der Rollinstraße beginnen. Der frühere Besitzer Georg Schmid kam uns sehr entgegen, worüber wir sehr froh und dankbar waren. Am 25. Mai 1965 konnte Richtfest gefeiert werden. Dankbar benützen wir nun dieses Haus als ein Haus des Herrn, wo er sich immer wieder neu offenbaren kann durch sein Wort und seinen Geist. Herr Klement hatte in dieser Zeit eine große Aufgabe im Auftrag seines Herrn, die er in Treue bis zu seinem Heimgang im Frühjahr 1971 erfüllen durfte. Herr Andreas Geiger wurde als Nachfolger gewählt. 1971 erweiterte sich dann auch das Aufgabengebiet des Ortsvereins durch die Einrichtung einer Beratungsstelle. Auf den Vorstand und die Stationsschwester Irmgard Schmid kam immer mehr Verantwortung hinzu. Eine Begegnungsgruppe wurde gegründet. Etliche Mitglieder des Vereins ließen sich zu freiwilligen Suchtkranken- Helfern ausbilden, um den neuen Arbeitsformen gerecht zu werden. 1974 wurde Schwester Irmgard Schmid zur Leiterin der Fachklinik Hutschdorf berufen. An ihrer Stelle wurde uns vom Mutterhaus Hensoltshöhe Schwester Erika Dollmeier zugewiesen die nach 30 Jahren Dienst 2003 zurück ins Mutterhaus ging. Nach 25 Jahren als 1. Vorstand übergab im Frühjahr 1996 Andreas Geiger sein Amt an Frau Ingrid Müller. Natürlich gibt es neben dem 1.Vorstand , noch viele ehrenamtliche Helfer im Ortsverein, die sich vor allem um die Suchtkranken kümmern und die Begegnungs-Gruppe gestalten. 30 Jahre Begegnungsgruppe im Blauen Kreuz in Biberach ist eine beachtliche Bilanz, und deshalb haben wir allen Grund, Gott zu danken für das durchtragen und bewahren. Am Anfang der Betreuung steht immer ein Impulsreferat, danach nimmt man sich in Kleingruppen zu sechs bis acht Leuten der jeweiligen Sorgen und Probleme an. Was folgt, sind wöchentliche Treffen und auf Wunsch Einzelgespräche, denn persönliche Dinge vertragen oft nur die Aussprache unter vier Augen. Doch auf die Idee, in der Rollinstraße 28 vorzusprechen, kommt einer nicht immer nur selbst: Manch einer wird auch vom Arzt, dem Gesundheitsamt oder dem Arbeitsamt geschickt. Es kam auch schon vor, dass der Betriebsrat riet, beim Blauen Kreuz anzurufen. Übrigens: Mittwoch ist festgelegter Sprechtag, wobei natürlich auch ein anderer Termin vereinbart werden kann. Wir informieren auch über den Umgang mit Abhängigen, auch wird schon mal ein Abhängiger zur Behandlung an Fachkliniken weitervermittelt. Im Anschluss übernimmt das Blaue Kreuz die Langzeitbetreuung. Daneben werden mit den Ehepartnern und Familien Gespräche geführt. Die Gruppenarbeit soll dabei über die Sucht informieren, gleichzeitig Gedankenaustausch und Nachsorgehilfe bieten. Das Ziel, den Abhängigen in ein suchtmittelfreies Leben zu begleiten, bedeutet natürlich auch, die Sinnfrage des Lebens zu stellen. In den Motivations- und Begegnungsgruppen lernen auch die Angehörigen, wie sie sich ihren kranken Familienmitgliedern gegenüber zu verhalten haben, da sich Erlebniswelt, Sozialverhalten und körperliche Verfassung der Süchtigen ändert. All dies möchte man bei der Betreuung mit ins Kalkül ziehen: Bibelgespräche und wöchentliche Sonntagsstunden erweitern das Gebiet für die Suchenden.
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