An der diesjährigen 23. Aktion haben sich ca. 35.000 Teilnehmer beteiligt; von Bochum bis Berlin, von Wuppertal bis Warnemünde, von Gelsenkirchen bis Genf.
Die jährlich stattfindende Aktion richtet an alle, die die Fastenzeit beim Wort nehmen und versuchen in einem selbstbestimmten Zeitraum wirklich mal auf etwas zu verzichten. Und sie wurde von Lehrerinnen und Lehrern im Rahmen der Suchtvorbeugung umgesetzt.
Denn: sich eigene Ziele stecken und eine Zeit lang auf eine Gewohnheit zu verzichten, stärkt das Selbstvertrauen. Die Schüler machen die Erfahrung, dass sie ihr Leben bewusst gestalten und verändern können. Auch für sie ist es schon eine Herausforderung auf Gewohnheiten zu verzichten, die sich fest im Lebensablauf verankert haben. Da fällt auch ein selbst gesteckter Zeitraum von sieben Tagen schwer, denn Gewohnheiten helfen andererseits auch, so manchen Frust und manche Spannung auszuhalten.
Umso wichtiger ist die Begleitung durch die Lehrer, wenn es darum geht, mit Niederlagen umzugehen, wenn die ein Schüler an ihrem eigenen Vorhaben scheitern. Wieder neu anzufangen ist eine wichtige Lebenserfahrung, ebenso wie das Erkennen des Zusammenhangs zwischen Konsum und Befindlichkeit. Wohin mit dem täglichen Frust? Was tun, wenn man müde von der Schule kommt und zu Hause der ständige Kampf mit anderen gestressten Hausgenossen wartet? So gilt es gemeinsam mit den Lehrern Alternativen zu den Gewohnheiten zu finden, die ihnen ihr Stück vom Paradies näher bringen.
Anstelle der Computerspiele und des Fernsehers wollte sich der 12-jährige Timo für seinen Hamster und seinen Bruder Zeit nehmen. Michael, auch 12 Jahre verzichtete auf Süßigkeiten und trieb ddafür mehr Sport. Sebastian, 11 Jahre, merkte, dass ihn Computerspiele aggressiv machen. Stattdessen wollte er malen und spielen.
In kleinen Schritten setzten die Schüler ihre Ideen um und konnten dabei ihre eigenen Fähigkeiten weiterentwicklen und so ihr Selbstbewußtsein stärken.
Nicht nur Schülerinnen und Schüler haben sich an der Aktion beteiligt, sondern auch viele andere Gruppen und Einzelpersonen. Renner waren der Verzicht auf Süßigkeiten, gefolgt auf den Verzicht von Alkohol. Weiter verzichteten viele auf Computerspiel, den Fernseher, Kaffee, Tee und Zigaretten.
Stattdessen haben sie sich Zeit genommen für die wesentlicheren Dinge: Zeit zum Leben, Zeit für Gott, Zeit für die Familie, Zeit für Freunde...
Die Erfahrung waren so unterschiedlich wie die Teilnehmer. Doch eines war gleich: Verzicht ist schwer, aber lohnenswert. Die Erfahrung, den Tag neu gestalten zu können, Beziehungen zu vertiefen, selbstbewusster und mutiger zu werden in bezug auf neue Ziele, gibt manchem Teilnehmer neuen Schwung.
Mit den vielen guten Erfahrungen sind die Teilnehmer dem Ziel nach ihrem Stück vom Paradies nähergekommen.
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