Leseprobe Juli 2007


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Urlaubserfahrungen und ihre Bedeutung

Warum fällt Umkehr so schwer

Als junger Mensch bin ich viel per Anhalter getrampt. Meist wurde ich schnell mitgenommen.
Mein Ziele erreichte ich gut und sicher.
Aber in einem Sommerurlaub in der Slowakei musste ich mit einem Freund eine andere Erfahrung machen.


Wir hatten uns einen Weg auf der Autokarte ausgesucht. Es war der kürzeste zu unserem Ziel. Und somit auch der schnellste Weg - so dachten wir am Anfang zumindest. Anfänglich ging es noch ganz gut. Ein Auto nahm uns mit und setzte uns an einer Stelle unterwegs ab. Mit der Zeit stellten wir fest, dass in unsere Richtung nicht gerade viele Autos unterwegs waren.

Kam mal ein Auto, dann fuhr es an uns vorbei. Die Zeit verging - Stunde um Stunde. Unsere Stimmung wurde immer trüber. Wie lange sollten wir denn noch an dieser Stelle verharren? Warum hielt kein Auto an? In mir stieg Wut über die sinnlos verstreichende Zeit auf. Was sollten wir tun? Wir konnten es ja nicht ändern. Konnten wir wirklich nichts ändern?

Wir schauten die Autokarte an. Es gab tatsächlich noch andere Wege zu unserem Ziel. Aber dazu mussten wir umkehren. In die entgegen gesetzte Richtung zurücktrampen? Der Gedanke schien mir absurd. Welch eine Demütigung meines Stolzes. Sollte ich mir eingestehen, dass es auf diesem Weg hier nicht weiterging? Bisher hatte ich immer mein Ziel per Anhalter erreicht. Warum sollte es diesmal nicht funktionieren?

Wir hatten bisher so viel Zeit in diesen Weg investiert. Sollte das alles vergeblich gewesen sein? Umkehren? Das wollte ich nicht. In mir tobten die Gefühle. Irgendwann - schweren Herzens -kapitulierte ich. Mit hängendem Kopf wechselte ich die Straßenseite und kehrte um.

Es dauerte nicht lange, da hielt ein Auto und nahm uns mit. Und je weiter wir auf unserem neuen Weg kamen, um so froher wurden wir, dass wir unsere „Sackgasse“ verlassen hatten und umgekehrt waren. Als wir unser Ziel an diesem Tag noch erreichten, waren wir glücklich und hatten viel dazugelernt.

Umkehr ist nötig und schwer

Jesus sagt uns Menschen nach dem Markusevangelium: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“ (Markus 1, 15) In manchen Bibeln wird der Ausdruck „tut Buße“ mit „kehrt um“ übersetzt. Umkehr beziehungsweise Hinkehr zu Gott fällt zahlreichen Menschen schwer. Viele fechten einen inneren Kampf aus, bevor sie zu Gott umkehren.

Ist doch die Umkehr mit dem Eingeständnis verbunden, dass man bisher einen Lebensweg ging, der sich als eine Sackgasse entpuppt hat. Umkehr führt zur Demütigung unseres Stolzes, dass wir es auch mit größter eigener Kraftanstrengung nicht vermögen, das Ziel zu erreichen. Sie ist oft durchdrungen vom Schmerz und der Traurigkeit über die im Rückblick vergeudete Zeit unseres Lebens.

Je länger man auf einem falschen Weg unterwegs ist, um so schwerer fällt auch die Umkehr. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass eher Kinder und Jugendliche zu Gott umkehren, als Menschen im hohen Alter. Denn sie müssten sich eingestehen, dass der größte Teil ihres Lebens ein Laufen auf einem verkehrten Weg war. Und diese Erkenntnis ist schmerzhaft.

Aber es sei auch gesagt, dass ein Mensch mit jedem Schritt im Glauben froher werden darf, der zu Gott umkehrt und an Jesus glaubt. Denn er kann sich darüber freuen, dass er die Umkehr endlich vollzogen hat und nicht noch länger in der Sackgasse des Lebens verharrte.

Er spürt, dass er seine Lebenszeit mit der Umkehr nun nicht mehr nutzlos vergeudet. Er weiß sich auf dem Weg, auf dem er das Ziel des Glaubens erreicht. Und er erlebt auf dem Weg mit Jesus Gottes Segen. Ich wünsche Ihnen die tiefe Freude der Umkehr zu Gott.

Burkhardt Hübner
aus: unterwegs

Fragen zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe "Urlaubserfahrungen und ihre Bedeutung:

  1. Egal ob zu Hause oder auf Reisen: Welche Erlebnisse und Erfahrungen haben Sie in diesem Sommer gemacht?
  2. In welchen Momenten haben Sie sich Zeit genommen, um über Ihr Leben und über Gott nachzudenken?
  3. Welche Glaubenserfahrungen und Erkenntnisse über Gott haben Sie dabei gewonnen?



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