Leseprobe Januar 2008


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Wie Sie Vorsätze umsetzen

Ein neues Jahr hat begonnen. Viele Menschen nutzen den Jahreswechsel als Gelegenheit, gute Vorsätze zu fassen, etwas in ihrem Leben zu ändern: zum Beispiel mehr Sport zu treiben, keinen Alkohol mehr zu trinken, weniger zu naschen, sich das Rauchen abzugewöhnen, endlich mehr Ordnung zu halten …
Die Liste der guten Vorsätze ist mitunter lang. Doch wie viel wird in der Regel von den guten Vorhaben in die Tat umgesetzt? Die Hälfte, ein Drittel, gar nichts?

Die meisten Menschen scheitern erfahrungsgemäß irgendwann an ihren guten Vorsätzen. Sie beginnen, etwas anders zu machen, fangen neu an, doch kurze Zeit später fallen sie in ihre alten Gewohnheiten zurück. Suchtkranke wissen häufig davon zu berichten. Manch einer lässt es dann darauf beruhen und ist enttäuscht, ein anderer probiert es immer wieder von Neuem – und hat damit Erfolg.

Manchmal ergeht es uns wie Kindern, die das Laufen lernen: Sie gehen einige Schritte, fallen hin, stehen wieder auf, laufen, fallen wieder hin – und irgendwann sind sie stark und geschickt genug, um sich immer flinker fortzubewegen.

Dass auch Erwachsene immer wieder hinfallen, Niederlagen und Enttäuschungen erleiden, gehört zum Leben dazu. Selbst ein geistlicher Vater wie der Reformator Martin Luther wusste darum; er sagte: „Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.“

Kleine Schritte

Das Problem liegt nicht in den guten Vorsätzen selbst, sondern in der Art, wie mit ihnen umgegangen wird. So nehmen wir uns zum Beispiel oft zu große Aufgaben vor, wir gehen zu große Schritte, zu weite Strecken und unterwegs geht uns die Luft aus, wir halten nicht durch. Wer es nicht schafft, seine Vorhaben umzusetzen, sollte sich vielleicht fragen, ob er sich zu viel vorgenommen hat, ob seine Ziele unrealistisch waren.

Von dem Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry stammt das Gebet „Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte“. In diesem Gebet bat er Gott auch darum, Maß halten zu können – eine Eigenschaft, die vielen Zeitgenossen abhanden gekommen ist, sei es beim Essen, beim Arbeiten, beim Geld ausgeben …
Wir müssen unser eigenes Maß finden, um durchzuhalten, Schritt zu halten. Dazu gehört eben auch, sich Ziele zu setzen, die erreichbar sind.

Konkrete Ziele festlegen

Damit die guten Vorhaben nicht nur ein Wunsch bleiben, sollten sie möglichst konkret formuliert werden, sodass sie sich später nachprüfen lassen. Hilfreich ist es zudem, sich einen festen Zeitpunkt zu setzen, an dem die Vorhaben erreicht sein sollen, gegebenenfalls muss ein großes Ziel in kleinere Teilziele zerlegt werden. Wer mehrere Ziele umsetzen möchte, sollte sich eine Prioritätenliste erstellen: Was ist dringend und was ist wichtig?

Ziele kosten etwas

Und noch eines ist von Bedeutung: Ziele sind kostspielig. Sie kosten Zeit, Energie und oft auch finanziellen Einsatz. Sie fordern an anderer Stelle ein Opfer. Es gibt Menschen, die haben zwar gute Vorsätze, aber in ihrem Innersten möchten sie diese gar nicht umsetzen. Ihr Kopf sagt ihnen etwas anderes als ihr Herz. Sie merken, ihr Ziel zu verwirklichen, würde sie etwas kosten. Diesen Preis – wie auch immer er in der jeweiligen Situation aussehen mag –, sind viele nicht bereit zu zahlen. Doch nur, wer bereit ist, dieses Opfer zu bringen, wird letztlich auch sein Ziel erreichen, sein Vorhaben verwirklichen können. Es lohnt sich, probieren Sie es selbst aus!

Christiane Schilling-Leuckhardt, BKD

Fragen zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe "Vorsätze umsetzen":

  1. Haben Sie für das neue Jahr Vorsätze? Wenn ja, machen Sie sich doch einen Plan, wie Sie diese umsetzen möchten.
    Vielleicht greifen Sie sich ein einziges Ziel heraus, das Sie erreichen möchten.
  2. Ordnen Sie Ihre Ziele nach den Kriterien „dringend“ (zeitlich) und „wichtig“ (inhaltlich).
  3. Belohnungen wirken motivierend. Belohnen Sie sich, wenn Sie ein Ziel/Etappenziel erreicht haben?
    Wie könnte eine persönliche Belohnung aussehen?



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