unterstützt als Suchthilfeverband suchtgefährdete und suchtkranke Menschen sowie ihre Angehörigen.
An über 400 Standorten engagieren sich in über 1.100 Gruppen und Vereinen ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter vor allem für alkohol- und medikamentenabhängige Menschen.
Das geschieht auf der Grundlage unseres christlichen Menschenbildes, damit Menschen ihr Ziel erreichen:
BEFREIT LEBEN LERNEN.
Rund 2.000 Besucher, gute Begegnungen und wertvolle Impulse beim Bundestreffen des Blauen Kreuzes vom 28.-30. Mai 2010 in Chemnitz
„Ich bin erstaunt und sehr positiv überrascht vom Bundestreffen. Einsame Spitze war das Konzert am Samstagabend.“ „Wir freuen uns schon seit Jahren auf das Bundestreffen. Besonderes Highlight sind natürlich die Begegnungen mit Menschen, die man in der Zeit im Blauen Kreuz kennengelernt hat. Hier können sich Menschen begegnen und sich angenommen fühlen.“ „Mir hat es Bestens gefallen und es ist ein einmaliges Erlebnis hier dabei zu sein.“ – So und ähnlich klangen die durchweg positiven Eindrücke der begeisterten Besucher des Bundestreffens am Sonntag nach dem Abschlussgottesdienst. Aus 400 Orten waren Besucher in die Messehalle Chemnitz angereist, wo vom 28.-30. Mai 2010 das große Blaukreuz-Bundestreffen stattfand.
Am Freitagabend sprachen zur Begrüßung die sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Christine Clauß, Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz Barbara Ludwig, Oberkirchenrat Frank del Chin von der sächsischen ev. Landeskirche sowie Volkmar Fischer von der Bruderhilfe ein Grußwort, in dem alle vier ihre Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber der Arbeit des Blauen Kreuzes aussprachen.
Kabarettist Torsten Hebel führte anschließend mit Witz und Charme durch das Abend-Showprogramm, das „von damals bis heute“ spielerisch Streiflichter aus der AGAS- und Blaukreuz-Arbeit aufzeigte.
Begegnung und wertvolle Impulse
Mit gemeinsamem Gesang, angeleitet von der Musikgruppe Spremberg, die das ganze Wochenende musikalisch begleitete und einer Bibelarbeit von Bundesgeschäftsführer Reinhard Jahn zum Thema „Zusammengehen, zusammenstehen in Gottes Gegenwart“ konnten die Besucher mit guten Impulsen in den Samstagvormittag starten. Zwischendurch sorgte Horst Pfefferle für Bewegung, Spaß und Auflockerung des Publikums. Ein Fachreferat vom Bundesvorsitzenden des Blauen Kreuzes, Klaus Richter, mit dem Thema „Zusammenstehen, zusammengehen mit einem Auftrag“, in dem er unter anderem auf die unverändert hohe Suchtgefährdung in Deutschland hinwies, rundete den Vormittag ab. Der Alkoholgebrauch sei in den letzten 20 Jahren leicht zurück gegangen. Jeder Deutsche konsumiere heute im Durchschnitt zehn Liter reinen Alkohol pro Jahr, was circa 40 Flaschen Korn entspricht. Dafür sei der Drogenmissbrauch angestiegen und auch die Online-Süchte seien fröhlich auf dem Vormarsch, betonte Klaus Richter. Mit den Worten „Wir brauchen einander, unsere Schwestern und Brüder in Not und deren Angehörige brauchen uns, wir brauchen Gott“, beendete er seinen bewegenden Vortrag.
In der Zeit zwischen den Hauptveranstaltungen informierten Ausstellerstände im Foyer über unterschiedliche Organisationen und das Café Holzhausen lud zum gemütlichen Austausch bei heißem Kaffee und selbstgebackenem Kuchen ein. Die Workshops zu den Themen Sucht und christlicher Lebenshilfe am Samstagnachmittag waren gut besucht und wer lieber das gute Wetter und den Sonnenschein genießen wollte, konnte an einer Stadtrundfahrt durch Chemnitz teilnehmen.
Unter dem Thema „Blaues Kreuz weltweit“ gab es am Spätnachmittag Informationen zum Internationalen Bund des Blauen Kreuzes (IBK), der in fast 50 Ländern Europas und Übersee tätig ist und dem auch das Blaue Kreuz in Deutschland angeschlossen ist. Gestaltet wurde der Veranstaltungsblock von IBK-Präsident Geir Gunderson und Blaukreuz-Landesvorsitzenden von Niedersachsen, Jürgen Paschke.
Videobotschaft und Konzert-Highlight
Mit einer Videobotschaft grüßte Fußballnationalspieler Cacau, der aufgrund der Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft in Südafrika nicht kommen konnte, die Besucher des Bundestreffens am Samstagabend. Es sei für ihn eine Herzensangelegenheit, die Arbeit der Stiftung Deutsche KinderSuchthilfe (DKS), deren Träger das Blaue Kreuz ist, zu unterstützen, da er selbst aus einer Familie mit einem alkoholkranken Vater käme und schon viel Schlimmes hätte durchmachen müssen. Zu gewinnen gab es am Stand der DKS dann auch ein Fußballtrikot mit persönlicher Widmung von Cacau. Zu einem besonderen Highlight am Samstagabend wurde das Konzert mit Albert Frey und Andrea Adams-Frey. Ruhige und fröhliche Lieder mit ganz viel Tiefgang, verknüpft mit persönlichen Worten der Künstler sowie ein Kurz-Interview mit Andrea Adams-Frey, die in ihrer Vergangenheit selbst von Sucht betroffen war, bewegten die rund 2.000 Konzertbesucher.
Beim Fest- und Abschlussgottesdienst am Sonntagmorgen wurden zu den rund 6.000 bereits eingetragenen Mitgliedern, freudig sieben neue Mitglieder von Klaus Richter und Reinhard Jahn ins Blaue Kreuz aufgenommen. Im Vordergrund des Festgottesdienstes stand besonders die Jugendarbeit des Blauen Kreuzes, die in den, auf den einzelnen Plätzen verteilten Freundesbriefen, vorgestellt wurde. Dass gerade die Jugendpräventionsarbeit in Sachsen derzeit starken finanziellen Kürzungen unterworfen ist und deshalb Unterstützung braucht, darauf wies Christoph Ullmann, Streetworker in Zwickau, noch mal konkret hin.
Dr. Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, hielt im Anschluss die Predigt, in der er zum Ausdruck brachte, dass es ihm gefalle, den Menschen im Blauen Kreuz abspüren zu können, von Herzen miteinander verbunden zu sein. Die Vergangenheit könne man nicht verändern und die Zukunft hätte man nicht in den Händen. „Das einzige, was wir können, ist heute, hier und jetzt, in diesem Moment, so zu leben und zu glauben, dass es tragfähig ist für das morgen und für das heute. Und darauf kommt es an“, sagte der Gnadauer Präses. Er ermutigte die Gottesdienstbesucher, es zu ihrer Mission zu machen, andere Menschen mit ihrer geistlichen Gesundheit anzustecken. Mit einem gemeinsamen eingenommenen Abendmahl, das noch mal ein tiefes Gefühl der Verbundenheit ausdrückte, fand das Bundestreffen zum 125-jährigen Bestehen des Blauen Kreuzes in Deutschland einen denkwürdigen Abschluss.
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