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Die Ursachen
von Sucht sind leider unbekannt. Im Grunde hat jeder
Mensch "süchtige" Anteile
in sich. Bei dem einen werden sie zur Sucht, beim
anderen nicht. Das hat vor allem mit psychischen
und sozialen Bedingungen zu tun,
ebenso wie mit Erziehung, Kindheitserfahrungen, Persönlichkeit
und Veranlagung.
Jede
Sucht entsteht über den Prozess:
Erfahrung - Wiederholung - Gewöhnung (Missbrauch).
Alkoholabhängigkeit
Der
Betroffene merkt oft viel zu spät, dass er abhängig
geworden ist. Er hat ein unwiderstehliches
Verlangen nach dem Alkohol. Er kann
nicht mehr über das Suchtmittel
verfügen, weil er die Kontrolle
darüber verloren hat.
Die Abhängigkeit kann seelisch und/oder körperlich sein. Sie ist
krankhaft und
in der Regel behandlungsbedürftig, weil sich der Abhängige meist nicht selbst
daraus befreien kann.
Nach einem Urteil des Bundessozialgerichtes vom 18.07.1968 (3RK
63/66) ist die Alkoholabhängigkeit
als behandlungsbedürftige Krankheit anerkannt.
Der Übergang
von der psychischen zur physischen (körperlichen)
Abhängigkeit ist fließend. Wird die regelmäßige
Alkoholzufuhr plötzlich unterbrochen (z. B. durch einen
Krankenhausaufenthalt), kommt
es zu typischen
Entzugssymptomen wie Unruhe, Tremor, Übelkeit und
Erbrechen. In schlimmen Fällen
kann es auch zu schweren Krampfanfällen und schließlich zum Delirium tremens kommen, das sich neben Tremor und Übelkeit in Halluzinationen, Muskelzuckungen und Krämpfenbis hin zum
Koma äußern kann.
Das
Bundesministerium für Gesundheit veröffentlicht für
das Jahr 2000 bezüglich Alkoholkonsum und Folgeschäden für die Bundesrepublik
folgende Zahlen:
Wenn wir zu
jedem Alkoholkranken bzw. -missbräuchler im Durchschnitt
mindestens drei Angehörige
zählen, kommen wir auf eine Zahl von 12,75
Mio. Angehörigen in Deutschland, die von den Auswirkungen einer Suchterkrankung bzw.
-gefährdung betroffen sind.
1,5
Millionen Menschen sind akut alkoholabhängig.
Alkoholmissbrauch
liegt aktuell bei 2,7
Millionen Menschen
vor.
Riskanter
Alkoholkonsum: 10-12% der Bundesbürger haben einen
riskanten
Alkoholkonsum, der langfristig zu einem gesundheitlichen
und sozialen Schaden
führen kann.
Straftaten
unter Alkoholeinfluss: 238.000
Straftaten (7% aller
Straftaten) werden pro Jahr unter Alkoholeinfluss begangen.
Arbeitsunfähigkeit
/ Invalidität Arbeitsunfähigkeit und Invalidität: wegen
Alkoholabhängigkeit bzw. Alkoholpsychose wird in etwa 92.000
Fällen pro Jahr festgestellt; zur Frühberentung kommt es bei
etwa 6500 Fällen pro Jahr.
In beiden Zahlen sind Fälle aufgrund anderer Krankheiten, die sich in Folge
des
Alkoholkonsums entwickeln, nicht enthalten.
Alkoholbedingte
Sterbefälle: direkt oder
indirekt in Verbindung mit Alkohol sterben jährlich
42.000
Personen.
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