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Blaues Kreuz Leipzig e. V.  

   Gruppe Wahren

Wer besucht unsere Gruppe?

Unsere Selbsthilfegruppe besteht seit Dezember 1995. Wir sind eine
offene gemischte Gruppe (50 % männlich, 50 % weiblicht) im Alter 30
bis 70 Jahre.

Einige Zuverlässige leben schon über 15 Jahre abstinent. Es gibt
Anfänger, die es 1 bis 3 Jahre geschafft haben und
Fortgeschrittene rund 5 Jahre und mehr. Natürlich sind
auch Leute da, die ganz am Anfang stehen. Es bleiben auch
manche nur über einige Wochen bei uns. Also, wir sind sehr
gemischt.

An den Stunden nehmen durchschnittlich 15 Leute teil.
Über 50 Suchtkranke haben unsere Gruppe schon durchlaufen.
Es kommen auch mal Klienten mit ihren Angehörigen.

 

Wie läuft die Gruppenstunde ab?

Immer beginnt unsere Stunde mit einem „guten Wort“, danach
ein kleiner, einfacher Imbiss mit Kaffee und Tee. Dann haben wir
ca. 60 Minuten Zeit für unsere Gespräche.

 

Regeln für die Gruppengespräche

  • Jeder ist sein eigener Chef.

  • Aussagen sollten sich nicht auf „man“ oder „wir“, sondern auf „(m)ich“ beziehen.

  • Persönliche Aussagen sind meist besser als unechte Fragen.

  • Jeder soll sagen, was er wirklich sagen möchte und nicht, was nach seiner Meinung von anderen erwartet wird.

  • Interpretationen anderer sollten vermieden werden. Es kann aber über die eigenen Empfindungen in Bezug auf das Verhalten anderer gesprochen werden.

  • Es darf immer nur einer Reden.

  • Jeder beachte Signale aus seinem Organismus und ähnliche Signale bei anderen, z. B. Ärger, Ablehnung, Langeweile.

  • Verallgemeinerungen/Generalisierungen sollten vermieden werden. Sie sind nur als Zusammenfassung zu einem bereits besprochenen Thema sinnvoll.


Ein paar Gedanken zu unserem Suchtverhalten

Es geht um ein wach halten der Gefährlichkeit des Alkohols mit all seinen Wirkungen für mich, meinen Partner, meiner Umwelt, auch wenn ich schon abstinent lebe.


Wenn ich die Sucht erlebe, dann weiß ich heute, ich erkenne und bemerke die Bedrohung. Morgen, so denke ich, bringe ich alles in Ordnung oder ich fange an, oder ich schwäche alles ab – meist wird es „morgen“ nichts.


Nach Jahren abstinent haben wir schon teils mehr als 2000 neue Morgen erlebt und es ist noch tödlich in der Erinnerung – niemals werde ich sein wie früher.


Kein Verdrängen – das stimmt, aber auch nur zum Teil, weil man nicht ewig über Alkohol reden kann, sagt der Abstinente. Was soll ich tun? – Einfach mit dem Gedanken gut leben, dass ich nicht mehr trinken werde, und das Problem Alkohol niemals in die „Schublade“ versenken darf.

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