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BlauKreuz-Verein Neustadt an der Aisch
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"Wer wirft die Botschaft von der Freiheit hinter die Mauern?"25000 Nürnberger sind alkoholkrank“. Mit dieser Überschrift appellierte die Stadtmission mit einem Zeitungsartikel am 21. 4. 2006 an die Angehörigen. Wenn sich von den 25 000 bei den nicht wenigen Angeboten in Nürnberg etwa 10 000 Menschen in einem Beratungsstatus befinden, dann sind immerhin 15 000 Menschen und Familien noch in ihrem „Versteck“. 15 000 zu viel! 5000 Alkoholabhängige im Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim dürften es entsprechend der Einwohnerzahl sein. Sollten es in einer Gemeinde mit 2000 Einwohnern 60 Betroffene mit oder ohne Familien sein? Oder mehr? „Es ist nie zu früh, sich beraten zu lassen!“ Das ist ein sehr guter Slogan. Doch wer braucht Beratung? Es ist nicht leicht, Betroffene oder mitbetroffene Familienangehörige frühzeitig zu einer Beratung zu bewegen. I. Wer baut denn da Mauern? Jede zehnte Familie schlägt sich mit einem Alkoholproblem herum. So steht es auf einem Flugblatt des Blauen Kreuzes. Und der Vorsitzende des Blauen Kreuzes, Dr. Klaus Richter, gab in einem Leitartikel von „idea spektrum“ eine Zahl bekannt, dass jeder 13. Bürger der Bundesrepublik gefährdet sei. Das ist beachtlich. Man stelle sich das vor: Hinter jeder Haustüre eines 10-Familienhauses eine Familie mit dem Problem! Für viele Menschen ist das alkoholhaltige Getränk Teil ihrer Kultur. Unsere abendländische Gesellschaft hält eine alkoholfreudige Kultur sogar für schick. Wie kann Stimmung und Geselligkeit in einfachen und gehobenen Kreisen ohne „Alk“ entstehen? Alk ist ein Eisbrecher. Alk verbindet Getrennte. Alk macht froh und lustig. Solange einer unauffällig und so lange alles im Rahmen bleibt, wird er akzeptiert. Exzesse will keiner. Wer ausflippt, wird knallhart verurteilt. Wer macht sich da rechtzeitig Gedanken? Auch die Kinder müssen herangeführt werden an den normalen Umgang mit Alk meint man. Unbekümmertheit überträgt sich auch auf sie. Und diese Unbekümmertheit kann zum Fallstrick werden. Es dauert seine Zeit bis eine(r) es sieht und beachtet und dann gegensteuert. Eine(r), wer? Dazu braucht es Mut. Die Unbekümmerten halten ihn/sie für eine(n) Schwarzmaler(in).
Zunächst ist das alkoholische Getränk etwas Harmloses. Alkohol und andere Suchtmittel sind Anreger, Beruhiger, Erleichterer, Helfer im Alltagstrott. Und es scheint auf einer langen Strecke, als ob man „alles im Griff“ hat. Bei vielen Menschen entwickelt sich nicht mehr. Bei zu vielen aber schleicht sich ein Alkoholproblem fast unbemerkt ein. Erst wenn sich ein Unfall oder Schwierigkeiten im Zusammenhang mit alkoholischen Getränken einstellen, kommen erste Fragen auf, ob denn der Alkoholgenuss noch normal ist. Von da ab ist es noch ein weiter Weg zu einer Beratung wegen Alkoholmissbrauchs. Es wird kämpferisch bagatellisiert, ignoriert, mit abstinenten Phasen bewiesen, dass alles normal sei. Wer was anderes behauptet, ist ein Feind. Falls einer ein Problem sieht - keinen geht das etwas an! Verschwiegenheit ist angesagt. Es wird gemauert! Viele Männer und Frauen sind abhängig geworden, weil sie ein Mittel einsetzen, das ihnen hilft, mit dem Leben und seinen Anforderungen besser fertig zu werden. Außerdem ist die Frage bei einem denkenden Menschen „wohin mit der Schuld?“, die Frage nach dem Sinn eines Lebens , die eine Antwort sucht. Und die vielen geistig, seelisch und körperlich Angeschlagenen mit Nöten, deren sich kaum einer anzunehmen wagt oder kann. Und der „Überlebenskampf“, den so mancher kämpft. Für alles kann man den zunächst als harmlos eingestuften und überall erhältlichen Alkohol einsetzen. Wie viel Zeit vergeht oft, bis ein Mensch erkennt, dass Alkohol, Medikamente und andere Drogen Lügenhelfer sind? Mauern werden gebaut! Ein langer mühseliger Weg, den der Mensch und seine Familie - wenn er noch eine hat - zurücklegt. Scham vor den andern und vor sich selbst erzeugen Lügen, Heimlichtuerei, Selbstvorwürfe, Schuldzuweisungen, Spannungen, in die nicht nur der Betroffene selber, sondern Partner und Kinder verwickelt werden. Es muss ja nach außen alles gedeckt und glatt gestrichen werden. Mauern werden höher und dicker! Erfahrungen des Versagens ziehen runter. Da ist dann ein Sumpf von Unaufrichtigkeiten, Ängsten, Bedrohungen und Lügen entstanden. Wie lang wird dieser Weg noch sein? Was muss da noch alles ausgehalten und durchgestanden werden, bis Hilfe geholt wird oder jemand kommt und ein gutes Wort redet?..II. Teil „Wie wir mit dieser Not umgehen sollten Wohin steuert der Mensch mit seinem ganzen Umfeld? Die Familienangehörigen werden auf ein Leben mit Alkoholschwierigkeiten getrimmt. Die Folge davon ist ein Leben in explosiven Spannungen. Kontakte von außen werden abgeschottet. Es wird immer deutlicher, dass Alkohol ein Killer von Beziehungen ist. Freunde der Kinder dürfen nicht in die Familie kommen. Alles wird dem Management mit dem Alkohol unter- und eingeordnet. Verschüchterte Kinder wachsen heran. Nicht selten erfahren sie dann aufgrund eines schwachen Selbstwertgefühls wiederum im Alkohol einen Erfolg versprechenden Helfer. Und schon entwickelt sich ein Ansatz für eine neue Tragödie. Verlorene Menschen! Verlorene Generationen! Das Suchtmittel treibt den Menschen nicht nur in den schnellen menschlichen Ruin. Es geht noch viel tiefer. Der Mensch verliert auch seinen vielleicht noch vorhandenen Rest einer Beziehung zu Gott. Verloren nicht nur für Zeit, sondern auch in Ewigkeit. Aus der Not eines nie enden wollenden Martyriums ergeht so manch ein Seufzer: „Wo ist denn ein Gott, der mich hört?“ Und Gott fragt: „Wo ist denn ein Mensch, der mich bittet?“ Und da sind Menschen wichtig, die in die Familien gehen, um die Not anzusprechen und Wege heraus zu zeigen suchen. Dass Gott mit ihnen etwas zu tun haben will das sollte gerade in solche Situation gesagt werden. Er will dem Menschen gerne helfen, egal wie weit er sich von ihm entfernt hat und in welcher Lage er ist. Unzählige Hoffnungslose haben seine Hilfe erfahren. Doch die Frage ist, wer geht hin und sagt es ihnen? Wer lässt sich hinter dem Ofen vor, vom Fernseher oder Internet weg oder vom Sofa herunterholen? Lange Zeit haben viele auch im Blauen Kreuz gemeint, man müsse warten bis jemand sich aufmacht und Hilfe holt. Wir machen es uns damit zu einfach. Wir müssen hingehen zu den Menschen. Es sind Menschen gerufen, bereit in das Elend des Menschen zu gehen, auch wenn sie oft noch nicht willkommen zu sein scheinen. Unser Herr (es ist der Herr Jesus Christus gemeint!) hat gesagt: „Geht hin an die Hecken und Zäune und nötigt sie hereinzukommen!“ Zum Hochzeitsfest bitteschön! Und heute finden wir Hecken und Zäune nicht nur in den „Schrebergärten“. Es sind oft auch Bungalows und Villen dahinter versteckt. Wer findet den Weg hinter die Mauern? Wo sind die unerschrockenen Männer und Frauen? Wer hat eine Liebe zu den verlorenen Menschen, Jung und Alt? Wer lässt sich rufen und senden zu solchem Dienst in Stadt und auf dem Land? Hier ist Ausdauer gefragt. Wo sind Christen, die heute einfach und fröhlich die Botschaft von der Freiheit in die Familien tragen. Denn es ist Hoffnung für jeden, auch wenn seine Lage noch so aussichtslos scheint, weil Jesus als Retter in diese Welt gekommen ist.
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Letzte Aktualisierung: 1. Februar 2010 |