BlauKreuz-Verein Siegen-Weidenau  

Aus dem Vereinsleben

Alles, was BlauKreuzler in unserem Verein bewegt, Erlebnisse, Berichte, Ereignisse hat hier seinen Platz. Wenn Sie etwas beisteuern möchten, senden Sie bitte Ihren Artikel an siegen-weidenau@blaues-kreuz.de.

 

Meine ehrenamtliche Tätigkeit im Blauen Kreuz

Von Elfriede Münker, 1. Vorsitzende des Blaukreuz-Vereins Siegen – Weidenau

 

Ich gehöre seit 46 Jahren zum Blauen Kreuz, dazu gekommen bin ich, weil schon meine Großeltern und meine Mutter Mitglieder in unserem Blaukreuz-Verein Weidenau, der 1893 gegründet worden ist, waren. Die Entscheidung, dabei zu bleiben und mitzuarbeiten, musste ich jedoch selbst treffen. Mein Beweggrund war und ist, den Menschen, die oft ohne Hoffnung leben, Hilfe zu geben zu einem Leben in der Hoffnung des Glaubens und der Liebe Gottes, die jedem Menschen gilt.

 

Ich möchte mit diesem Bericht einen kleinen Einblick in die Arbeit des BLAUEN KREUZES geben.

Was ist das BLAUE KREUZ ?

Das Blaue Kreuz in Deutschland e.V. mit Sitz in Wuppertal ist die zweitgrößte Suchtkrankenhilfe-Organisation in Deutschland. Es wurde 1885 gegründet.

In über 1000 Vereinen und Gruppen besuchen rund 22.000 Gruppenteilnehmer regelmäßig die Veranstaltungen des Blauen Kreuzes. Unter den 7000 Blaukreuz-Mitgliedern ist mit ungefähr 50% an Angehörigen und Interessierten eine große Anzahl Nichtabhängiger. Mitglieder leben grundsätzlich alkoholenthaltsam. Viele Mitglieder haben selbst die Sucht durchlitten und können jetzt als Befreite ein sinnvolles Leben führen.

Das Blaue Kreuz unterhält eine Familienferienstätte in Burbach-Holzhausen, zahlreiche Jugendcafes und einen Fachverlag. Die therapeutische Arbeit wird in insgesamt 24 Facheinrichtungen – von Kliniken zu Übergangswohnheimen – und über 30 Beratungsstellen geleistet.

Das Blaue Kreuz sieht Suchtkrankenhilfe als christlichen Auftrag, neben den therapeutischen Möglichkeiten die liebevolle Zuwendung Gottes als Hoffnung und neue Lebensperspektive weiter zu vermitteln.

Was ist Sucht ?

Unter Sucht versteht man ein bestimmtes Verhaltensmuster, das mit einem unwiderstehlichen, wachsenden Verlangen nach einem bestimmten Gefühls- und Erlebniszustand beschrieben wird.

 

Grundsätzlich kann jeder Mensch süchtig werden. Da Sucht nicht auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt ist, kann jede Form menschlichen Verhaltens zur Sucht werden (z.B. Magersucht, Arbeitssucht, Spielsucht und andere mehr).

Jede Sucht entsteht über den Prozess: Erfahrung – Wiederholung – Gewöhnung – Missbrauch. Der Betroffene merkt of viel zu spät, dass er abhängig geworden ist. Er hat ein unwiderstehliches Verlangen nach dem Suchtmittel Alkohol. Er kann nicht mehr über das Suchtmittel verfügen, weil er die Kontrolle darüber verloren hat. Die Abhängigkeit kann seelisch und/oder körperlich sein. Sie ist krankhaft und in der Regel behandlungsbedürftig, weil sich der Abhängige meist nicht selbst daraus befreien kann. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichtes vom 18.07.1968 ist die Alkoholabhängigkeit als behandlungsbedürftige Krankheit anerkannt.

Suchtmittelabhängigkeit verursacht als Folge eine Vielzahl von Schäden im körperlichen, seelischen und geistigen Bereich. Dazu kommen soziale Beeinträchtigungen und Schäden für den Abhängigen und sein Umfeld.

Jeder Suchtverlauf hat seine eigene Geschichte. Wer helfen will, muss sich auf jede dieser Lebensgeschichten einlassen und die Hilfesuchenden dort abholen, wo sie sich gerade befinden. Dann kann Vertrauen entstehen, das die Voraussetzung für einen gemeinsamen Weg aus der Sucht ist.

Dieses versuchen wir in den wöchentlich stattfindenden Begegnungsgruppenstunden, in denen ich seit mehr als 25 Jahren mitarbeite. In dieser Selbsthilfegruppe können die Betroffenen Menschen erleben, die sie in ihrer eigenen Lebensgeschichte respektieren. Es entstehen teilweise feste Beziehungen, die weit über die rein therapeutische Behandlung des Suchtproblems hinausgehen. Hier werden Freundschaften geschlossen und der Treffpunkt im Blauen Kreuz bleibt lange bestehen.

 

Elfriede Münker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss noch einige Zahlen:

Alkoholabhängigkeit:

1,5 Mio Menschen sind akut abhängig

Alkoholmissbrauch:

liegt bei 2,7 Mio Menschen vor

Betroffene Angehörige:

Wenn zu jedem Alkoholkranken bzw. - missbräuchler mindestens 3 Angehörige zählen, kommen wir auf eine Zahl von 12,75 Mio Angehörigen in Deutschland, die von den Auswirkungen einer Suchterkrankung bzw. Suchtgefährdung betroffen sind.

Riskanter Alkoholkonsum:

10 – 12 % der Bundesbürger haben einen riskanten Alkoholkonsum, der langfristig zu einem gesundheitlichen und sozialen Schaden führen kann

Alkohol am Steuer:

Trunkenheit spielt bei 60% der 150.000 Verurteilten wegen Straftaten im Straßenverkehr eine Rolle. Bei rund 33.000 Verkehrsunfällen mit Personenschaden ist Alkohol im Spiel und etwa 1.500 Personen werden bei Verkehrsunfällen mit Alkoholeinfluss getötet

Arbeitsunfähigkeit/Invalidität

wird wegen Alkoholabhängigkeit bzw. Alkoholpsychose in etwa 92.000 Fällen pro Jahr festgestellt; zur Frühberentung kommt es bei etwa 6.500 Fällen.

Alkoholbedingte Sterbefälle:

Jährlich sterben 42.000 Personen direkt oder indirekt in Verbindung mit Alkohol

 

 

Letzte Aktualisierung: 24.01.2012