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Zahlen und Fakten

Jedes siebte Kind wächst mit einem suchtkranken Vater oder einer suchtkranken Mutter auf. In Deutschland leben über 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche mit der Alkoholabhängigkeit eines oder sogar beider Elternteile.

Über 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland leben mit einem suchtkranken Vater oder einer suchtkranken Mutter. Jedes siebte Kind ist somit von der Alkoholabhängigkeit eines oder sogar beider Elternteile betroffen -  so lauten die Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Zudem gibt es etwa sechs Millionen Erwachsene, die als Kind in suchtbelasteten Familien aufgewachsen sind.

Kinder aus suchtbelasteten Familien

• neigen zu Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen und Störungen des Sozialverhaltens
• fallen oft durch mangelnde Leistungen und unangemessenes Verhalten auf
• werden fast doppelt so häufig wegen psychischer Störungen in Krankenhäuser eingewiesen.
• zeigen häufig perfektionistisches Verhalten
• bleiben auffällig oft einsam und sind übermäßig selbstkritisch.
• sind sie häufiger Misshandlungen und sexuellem Missbrauch ausgesetzt.
• werden verhältnismäßig oft später selbst suchtkrank oder leiden im Erwachsenenalter unter psychischen Beeinträchtigungen.

 

Auswirkungen

Alle beteiligten Familienmitglieder bekommen die Auswirkungen des elterlichen Suchtverhaltens zu spüren. Doch jedes Kind geht anders damit um und reagiert anders darauf. Das elterliche Suchtverhalten belastet immer alle beteiligten Familienmitglieder. Die Kinder spielen zwangsläufig in dem Familiendrama mit und übernehmen ihre eigene Rolle: die Verantwortungsbewusste, der Rebell, das stille Kind – jedes Kind hat seine eigene Art auf die Erlebnisse in der Familie zu reagieren.

Lisa ist fleißig. Nach der Schule räumt sie die Küche auf, entsorgt die leeren Flaschen, leert die Aschenbecher und lüftet die Wohnung. Dann bereitet sie das Abendbrot für ihre beiden jüngeren Brüder vor. Lisa ist zwölf Jahre alt. Ihre Mutter ist alkoholkrank.

Dennis hat Probleme in der Schule, oft ist er in Schlägereien auf dem Schulhof verwickelt. Mit seinen Freunden zieht er nachmittags um die Häuser, sie beschmieren Häuserfassaden oder lassen ein paar Flaschen im Supermarkt mitgehen. Seine Eltern bringen ihm selbst nach diesem auffälligen Verhalten wenig Beachtung entgegen. Sie sind mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.

Anna verkriecht sich am liebsten in ihr Zimmer. Dann liegt sie auf ihrem Bett, liest, träumt vor sich hin oder schaltet den Fernseher an. Vor den Streitereien und dem Knallen der Türen kann sie sich dadurch allerdings nicht abschotten. Die Mutter weint oft und erzählt schluchzend, was der Papa wieder gemacht hat. Anna hört still schweigend zu.
 

Hilfemöglichkeiten

Kinder und Jugendliche sollten über die Krankheit der Eltern, deren Auswirkungen und die bestehenden Hilfsangebote altersgerecht informiert werden. Es hilft ihnen, wenn sie sich vertrauensvoll an eine erwachsene Bezugsperson wenden können.

Kinder und Jugendliche leiden unter den Familiengeheimnissen und unter den verwirrenden Gefühlen zwischen Liebe, Schuld und Hass. Es tut ihnen gut, wenn sie über die Krankheit der Eltern, deren Auswirkungen und die bestehenden Hilfsangebote altersgerecht informiert werden.

Kinder von suchtkranken Eltern brauchen Erwachsene, die ihnen helfen, die ihnen zuhören und Anteilnahme zeigen. Dies kann sowohl der nicht betroffene Elternteil tun oder auch eine andere erwachsene Bezugsperson. Zwar sollte der Helfer ebenfalls versuchen, das alkoholabhängige Familienmitglied auf seine Suchtprobleme aufmerksam zu machen, in erster Linie geht es ihm aber um die Unterstützung und Förderung des Kindes. Kinder und Jugendliche sollten ermutigt werden:

• seine eigenen Begabungen und Fähigkeit zu fördern
• an gemeinschaftlichen Aktivitäten teilzunehmen - einen Jugendkreis, einen Sportverein oder eine Musikgruppe zu besuchen
• in Krisenzeiten oder bei unvorhergesehenen Ereignissen sich Freunden, Nachbarn oder anderen Bezugspersonen anzuvertrauen.

Kinder und Jugendliche, die in ihrem Umfeld keinen Erwachsenen haben, dem sie sich anvertrauen wollen, finden auch im Internet Hilfe. Auch Erwachsenen, die einem Heranwachsenden helfen wollen, jedoch nicht mehr weiter wissen, können sich auf folgenden Seiten informieren und beraten lassen: Weiterführende Links