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Landesverband

Niedersachsen

Zwei Bundesländer – ein Landesverband

Bericht von der Vertreterversammlung 2021

Die diesjährige Vertreterversammlung fand Mitte Oktober in Bremen statt. Obwohl Bremen eigentlich einen eigenen Landesverband (LV) hat, war es der perfekte Ort für diese Jahreshauptversammlung. Im Vorstand wurde nämlich die Zusammenführung des LV Niedersachsen mit dem LV Bremen beschlossen und zwischenzeitlich bei der Bundeszentrale des Blauen Kreuzes in Deutschland in Wuppertal beantragt. Voraussichtlich schon 2022 werden sich die beiden Landesverbände, die bereits in der Vergangenheit stets gut zusammengearbeitet haben, zum Landesverband Niedersachsen-Bremen verbinden.

Tjard Jacobs, Reisesekretär des Blauen Kreuzes im Norden, hielt eine kurze Andacht zum Thema »Unvollkommene Gemeinschaft« basierend auf Lukas 5.7. Die Geschichte in der Bibel handelt von Petrus, der von Jesus den Auftrag erhielt, fischen zu gehen. Die Aussichten auf einen guten Fang waren gering. Wider Erwarten waren die Netze aber so prall gefüllt, dass Petrus alle, die in der Nähe waren, zur Hilfe rief, die Netze einzubringen. Ganz gleich, welche Voraussetzungen sie mitbrachten, alle halfen mit. Diese Geschichte bot ein schönes Bild einer ›unvollkommenen‹ Gemeinschaft. Niemand ist perfekt, jeder kann mit seinen Stärken und Schwächen und individueller Lebensgeschichte einbringen. Alle ergänzen sich wunderbar. Ein gutes Beispiel auch für uns im Blauen Kreuz.

Neben den üblichen Regularien einer Vertreterversammlung (Kassenbericht, Kassenprüfung, Zuschüsse etc.), gab es Berichte aus dem Landesverband. Gemeinsam mit den anwesenden Gruppenvertretern haben wir uns die Zeit für einen ausführlichen Austausch genommen.

Blaues Kreuz gemeinsam online erleben!
Aus dem Bundesverband gab es einen Rückblick auf das Bundestreffen, das in diesem Jahr pandemiebedingt als Online-Veranstaltung stattfand. BlueMeeting, das Online-Gruppenangebot (mehr Infos hier: BlueMeeting) hat sich gut entwickelt und wird viel genutzt. Inzwischen gibt es auch schon mehrere Online-Gruppen.
Bluespirit von Jürgen Paschke (Mehr Infos hier BlueSpirit) und der »Blaue Impuls« von Tjard Jacobs haben sich fest etabliert und werden auch künftig als Quelle der Inspiration erhalten bleiben.

Thematischer Impuls – »Reden tut gut – wie gehen wir miteinander um?«
Kommunikation ist gerade bei uns im Blauen Kreuz ein wichtiges Thema. Wir können nicht »NICHT-kommunizieren«. Selbst wenn wir schweigen, senden wir durch Mimik, Gestik und Körperhaltung Botschaften an unsere Umgebung. Ingeborg Jockenhöfer hielt einen kleinen Vortrag über gewaltfreie Kommunikation, bei dem es im Kern darum ging, dass wir uns vieler Wertungen in unseren Worten gar nicht bewusst sind. Das fängt bereits auf der gedanklichen Ebene an. Anhand von Beispielen konnte geübt werden, gewaltfreie Formulierungen zu finden, durch die auch ein Umdenken angeregt wurde. Die anschließende lebhafte Diskussion zeigte, dass dieses Thema nicht in aller Kürze abgehandelt werden kann – vielleicht gibt es in absehbarer Zeit dazu ein Seminar …

Zum Abschluss wurde noch ein Blick auf das kommende Jahr geworfen. Es war eine rundherum gelungene Vertreterversammlung in entspannter Atmosphäre. Ein Dankeschön gilt den Bremern für ihre Gastfreundschaft.
(Bericht: Sabine Göllnitz-Möbius und Ilona Alice Bühring)


Neues in Kürze

Bitte gleich im Kalender vormerken!

Die neue Grundausbildung Suchtkrankenhilfe startet im Dezember 2021 in Hermannsburg (von Donnerstag bis Sonntag 2. –5. Dezember 2021).

Vom 8. bis 10. April 2022 soll das nächste »Aktiv-Wochenende« für Norddeutschland stattfinden. Aus der VMK (Vorstände- und Mitarbeiterkonferenz) wurde vor einigen Jahren das Aktiv-Wochenende. Was man sich darunter vorstellen kann? Ein gemeinsames Wochenende mit Freunden und Mitgliedern des Blauen Kreuzes aus ganz Norddeutschland mit verschiedenen Workshops, Unterhaltung, gemeinsamen Gottesdienst und vor allem erlebte Gemeinschaft mit der »Blaukreuzfamilie«. Es ist für alle eine lohnenswerte Erfahrung. Ort und Details werden in Kürze an dieser Stelle veröffentlicht.

Weitere Infos zu diesen Terminen erteilt Tjard Jacobs: E-Mail an Tjard


Neue Angehörigen-Gruppe im Norden

Ein brandneues Gruppenangebot gibt es ab 15. November 2021 in 26689 Apen, Ortsteil Augustfehn (Nähe Westerstede).

Begegnungsgruppe Augustfehn
Kontakt: Simone Hennig (Angehörige), Telefon: 0173 742 6642

Die Gruppe trifft sich ab November 14-täglich montags im Gemeindehaus der Baptisten Augustfehn.

 


blu:prevent – 8. Netzwerktreffen auf Schloss Buchenau

Gesprächskreis Cuxhaven war dabei

Mitte September fand das blu:prevent Netzwerktreffen auf Schloss Buchenau statt – der Gesprächskreis aus Cuxhaven war dort mit vier Personen vertreten. Suchtprävention ist auf allen Ebenen das A & O. Bei dieser Gelegenheit wurden gleich zwei neue »Gesichter« aus Cuxhaven in diesen Kreis eingeführt, um auch für die Zukunft in der Präventionsarbeit mit Schülern und Jugendlichen gerüstet zu sein. Das erste Zusammenkommen in Zeiten der Pandemie war für alle Teilnehmenden sehr bewegend – es war anders als die Treffen zuvor.

Als die 16 Teilnehmer am Freitagabend von Dirk Höllerhage begrüßt wurden, war schon irgendwie zu spüren, dass auf der emotionalen Ebene noch mehr passieren würde.
Den ersten Impuls am Freitagabend gab Benjamin Becker. Es gab viele Neuigkeiten von blu:prevent sowie auch im digitalen Bereich.
 
Mit einem lebhaften Informationsaustausch untereinander und Vorstellung der Präventionsarbeiten begann der Samstagvormittag. Als der Referent Torsten Hebel, Leiter und Gründer der blu:boks Berlin, am Nachmittag auf seine unglaubliche tolle, lebhafte und beeindruckende Art seine Referate hielt und auch noch den bunten Abend zelebrierte, gab es bei den Teilnehmern kein Halten mehr. Beifall und grenzenlose Begeisterung. "Garniert" wurde das Ganze durch einen Teilnehmer, der von ihm selbst geschriebene Gedichte in unglaublicher Art und Weise vortrug. Gedichte, die „unter die Haut gingen“. Tränen – Emotionen pur. Es war diesmal sogar Zeit für wertvolle und intensive Gespräche, was von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr positiv empfunden wurde.

SPONTANES »ZUSATZTREFFEN« IN BERLIN

Torsten Hebel gab während des Treffens einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit der blu:boks Berlin. blu:boks ist die Selbstwertmanufaktur, die Kinder stark macht und das kreative Potenzial von Kindern und Jugendlichen fördert, um deren Selbstwertgefühl zu entwickeln und zu stärken.
Darüber wurde sogar ein Film gedreht. Spontan entschlossen sich Kirsten Lafrentz, Matthias Voss und Detlef Rutsch vom Gesprächskreis Cuxhaven die Premiere am 2. Oktober 2021 in Berlin zu besuchen. Zur anschließenden Premierenfeier im Hause blu:boks flanierten die Teilnehmenden über den »blauen Teppich«. Rot kann jeder, ein blauer Teppich ist dagegen schon etwas Besonderes. Es war ein unvergessliches Event.

Mehr Infos zu den Einrichtungen blu:prevent und blu:boks Berlin gibt es hier:
bluprevent.de
blu:boks Berlin.de

Text: Detlef Rutsch vom Gesprächskreis Cuxhaven


Suchtmittelabhängigkeit aus einer anderen Perspektive betrachtet

Blaues Kreuz Wolfsburg unterwegs – Seminar in der evangelischen Akademie Loccum

Ebenso, wie unser Körper nach Anstrengungen Ruhe und Erholung braucht, ist es sinnvoll, auch dem eigenen Geist und den eigenen Gefühlen gelegentlich eine Möglichkeit zum Durchatmen zu geben. Genau zu diesem Zweck war das Blaue Kreuz Wolfsburg im August 2021 wieder einmal unterwegs. In der evangelischen Akademie in Loccum, unweit des Steinhuder Meeres, Themen rund um die Suchtmittelabhängigkeit behandelt – allerdings auch aus einer anderen Perspektive.

Als Seminarleiter konnte Jürgen Naundorff, Geschäftsfeldverantwortlicher »Ideelles und Grundlagen« beim Bundesverband des Blauen Kreuzes in Wuppertal, gewonnen werden. Zusammen mit den 20 Teilnehmenden beleuchtete er das Thema vor dem Hintergrund von Beziehungsgeflechten.

»Die Betrachtung einer Suchterkrankung im Kontext des persönlichen Umfeldes mit all den Beteiligten gibt uns erst einen umfassenden Blick auf die gesamte Problematik der Krankheit. Wir wollen nicht nur dem einzelnen Abhängigen bei seiner Krankheit helfen, sondern müssen auch Angehörige und das gesamte soziale Umfeld in die Betrachtung einbeziehen. Insbesondere dürfen die Sorgen und Fragen der Angehörigen nicht unbeantwortet bleiben.« ergänzte Siegfried Neumann, Vorsitzender des Wolfsburger Ortsvereins.

Jürgen Naundorff vergleicht das Beziehungsgeflecht mit einem über lange Zeit gewobenen Teppich. Anhand des Beziehungsgeflechts einer Teilnehmerin über mehrere Generationen wurden die Einflüsse, aber auch die Verantwortlichkeiten der einzelnen Personen erläutert. Daraus ergaben sich spannende Diskussionen, da jeder Teilnehmer die Erkenntnisse auf seine eigene Lebenssituation übertragen konnte. Abgerundet wurde die Diskussion durch die Erläuterung der Wirkungsweise von persönlichen Eigenschaften auf das Gegenüber.

Auch die gemeinsam verbrachte Freizeit war wichtig. Die Besichtigung des Klosters Loccum, das gemeinsame Eisessen, der Waldspaziergang und die vielen persönlichen Gespräche förderten das Gemeinschaftsgefühl. Das Feedback im Abschlussgespräch fiel durchweg positiv aus, der Seminarleiter bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Mit dem gemeinsamen Mittagessen endete das Seminar.

Wer sich auch mal wieder »Freiraum für neue Gedanken« oder »eine neue Perspektive« wünscht, ist herzlich eingeladen, sich die Arbeit des Blauen Kreuzes anzusehen.
Alle Kontaktdaten sind auf www.blaues-kreuz-wob.de zu finden.

Die Wolfsburger waren dabei

gemeinsam. echt. frei.

... lautete das Motto für das diesjährige Bundestreffen des Blauen Kreuzes, das aufgrund der Pandemie zum ersten Mal online stattfand. Andreas Kempfert aus Wolfsburg berichtet vom gemeinsamen Event:

Eigentlich war alles klar und bereits organisiert beim Blauen Kreuz. Der Höhepunkt der Blaukreuz-Arbeit, das alle fünf Jahre stattfindende Bundestreffen, sollte bereits 2020 über die Bühne gehen. Dann kam die Corona-Pandemie und alles wurde anders. Aufgeben wollte aber niemand und so wurde das Bundestreffen am 19. Juni 2021 als Online-Event nachgeholt.

»Es ist natürlich sehr schade, dass diesmal nicht die Möglichkeit bestand, sich mit den vielen anderen Gruppen aus ganz Deutschland persönlich auszutauschen. Aber es galt, das Beste aus der gegenwärtigen Situation zu machen, und das haben wir getan«, erklärte Siegfried Neumann, 1. Vorsitzender des Wolfsburger Ortsvereins. Viele der fast 1100 Gruppen und Vereine, zusammengeschlossen im Blauen Kreuz in Deutschland e.V. um suchtkranken Menschen und deren Angehörigen zu helfen, nahmen an der zentralen Online-Veranstaltung teil. Mit von der Partie war auch die Wolfsburger Blaukreuzgruppe.

Die Michaelis-Kirchengemeinde in Fallersleben stellte Räumlichkeiten und die erforderliche Technik zur Verfügung. »Es ist insbesondere in solchen Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich, dass eine Kirchengemeinde so großzügig handelt. Deshalb bedanken wir uns ganz herzlich bei der Michaelis-Kirchengemeinde«, führte Neumann aus.

Neben den Liveschaltungen zu verschiedenen Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland standen als Highlights Impulsvorträge auf dem Programm, die das Thema des Bundestreffens »gemeinsam. echt. frei.« aufnahmen. Jürgen Paschke, Bundesvorsitzender des Blauen Kreuzes, führte die Teilnehmer mit einem spannenden Interview durch 135 Jahre Geschichte des Blauen Kreuzes.

Nach dem offiziellen Teil schloss das Bundestreffen mit der Übertragung des Theaterstücks »Sinneswandel« aus dem Falkenroth-Haus Hagen und einem Livestream Konzert mit Judy Bailey.

Impressionen vom Online-Bundestreffen

Als Andenken an das erste »irgendwie andere« Bundestreffen durften sich die Teilnehmer der Wolfsburger Gruppe über das Buch »Lebenslinien« freuen. Mehr Infos über das Blaue Kreuz in Wolfsburg gibt es hier:
Website – Blaues Kreuz Wolfsburg




Liste aller Blaukreuzgruppen

in Niedersachsen und Bremen

Sie suchen eine Blaukreuzgruppe in Ihrer Nähe? Kein Problem! Die Liste aller Blaukreuz-Gruppen, -Treffen und -Ansprechpartner in Niedersachsen und Bremen wird regelmäig aktualisiert. Die Aufstellung in bewährter Form ist wahlweise sortiert nach Postleitzahlen oder Ortsnamen. Selbstverständlich sind sämtliche Adressen (bundesweit) auch über die interaktive Karte auf der Startseite des Bundesverbandes abrufbar
www.blaues-kreuz.de

Hier gehts zur Liste der Gruppen in Niedersachsen!

 

Sabine Göllnitz-Möbius ist Landesvorsitzende des Blauen Kreuzes in Niedersachsen

Sabine Göllnitz-Möbius ist die neue Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen im Blauen Kreuz. Sie ist 55 Jahre alt, verheiratet, hat eine erwachsene Tochter – in einem kleinen Interview stellt sie sich kurz vor und spricht über das, was sie sich vorgenommen hat.

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zur Landesvorsitzenden des Blauen Kreuzes in Niedersachsen – was bedeutet das für Dich persönlich?
Es ist eine große Ehre für mich und ich bin sehr dankbar für das große Vertrauen, das mir entgegengebracht wird.

Liebe Sabine, zunächst möchten wir Dich ein wenig besser kennenlernen:

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit – ganz gleich ob lebendig oder tot – treffen dürftest: Wer wäre es und warum?
Ich würde mich gerne mit Jesus unterhalten. Ich finde es beeindruckend, wie er mit den Menschen umgeht und all dem was sie ausmacht.

Wenn du ein Lebensmittel wärst: Welches wäre es?
Schokolade.

Wie oft schaust du am Tag auf dein Handy?
Viel zu oft.

Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich vorgestellt?
Das weiß ich gar nicht. Solange ich denken kann, wollte ich Lehrerin werden und meine Mutter hat nie etwas anderes vorgeschlagen. Hauptsache etwas Akademisches …

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?
Wenn einer meiner Liebsten Hilfe braucht.

Kannst du beim Nichtstun nichts tun?
Das fällt mir sehr sehr schwer, auch beim Nichtstun macht zumindest mein Kopf immer irgendetwas. Ich kann das eigentlich nur, wenn ich am Meer sitze.

Wenn alle Tiere reden könnten, welches Tier, denkst Du, wäre am nervigsten?
Fliegen, weil die immer da sind – und alles mitbekommen.

Was erstaunt dich am meisten bei den Menschen?
Wie unterschiedlich und einzigartig sie sind. Ich bin neugierig auf die Menschen. Ich möchte wissen, warum sie so geworden sind, wie sie sind.

Was möchtest du, dass die Menschen in einigen Lebenslektionen lernen?
Jede Lektion/Krise birgt ein großes Potential um sich besser kennenzulernen. Und Fähigkeiten in sich zu entdecken, die noch in ihm/ihr schlummern.

Welche Ziele hast Du Dir als Landesvorsitzende für Deine Amtszeit gesetzt und was wird sich für die Blaukreuzfamilie in Niedersachsen ändern?
Ich wünsche mir eine bessere Vernetzung der Gruppen, wie es sie regional ja auch schon gibt. Dass wir voneinander profitieren und uns gegenseitig stärken. Wir werden auch Projekte aus »Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege« kennenlernen mit neuen Ideen für ein neues Selbstverständnis der Selbsthilfegruppen .
Da ich seit 2006 in den Seminaren unterwegs bin, liegt mir die Seminararbeit besonders am Herzen. Wir haben wunderbare Seminarangebote, die noch mehr in Anspruch genommen werden könnten und somit auch ganz wertvolle neue Impulse in unsere Gruppen bringen können.

Inwieweit sind für Dich digitale Kommunikationswege im Blauen Kreuz von Bedeutung?
Ich denke, dass uns Corona gezeigt hat, dass wir auch andere Kommunikationswege nutzen können. Wir haben gute Erfahrungen mit dem BlueMeeting gemacht. Sicherlich ersetzen diese auf Dauer nicht den persönlichen Kontakt und Austausch, aber sie sind eine sehr sinnvolle Ergänzung. Gerade bei großen Entfernungen sind so zwischendurch kurzfristig digitale Treffen möglich, die zielführender sind, als viele Telefonate hin und her …
Regional haben etliche Betroffene auf diese Weise zum Blauen Kreuz gefunden. Vor allem jüngere Menschen werden durch digitale Kommunikation angesprochen.

Einige Blaukreuz-Gruppen im Lande haben Nachwuchssorgen.
Wie können zunehmend auch jüngere Menschen für die Mitarbeit im Blauen Kreuz begeistert werden?
Spezielle Angebote für jüngere Menschen haben wir in den Gruppen meist nicht, hier hoffe ich auf die Impulse aus dem Projekt »Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege«. Das allein wird das Problem aber nicht lösen, denn neue Besucher in den Gruppen heißt noch nicht, dass dadurch auch Mitarbeiter gefunden werden. Diese Frage wird uns in der nächsten Zeit weiter begleiten und sicher intensiv beschäftigen.

Wie wirst Du Dich den aktuellen Herausforderungen (z. B. Corona-Pandemie etc.) stellen?
In meinem Job habe ich gelernt, lösungsorientiert zu denken und das scheint mir auch im Blauen Kreuz ein guter Weg zu sein. Auch in der Pandemie sehe ich nicht vordergründig das Problem – wir dürfen uns z. B. dem andern nicht wie gewohnt nähern und in den Arm nehmen, das fördert  jedoch unsere Achtsamkeit und das dürfen wir in dieser Zeit üben.

›Blick in die Glaskugel‹ – wie wird das Blaue Kreuz in Niedersachsen in 5 Jahren aufgestellt sein?
Innovativ, offen, Gemeinschaft.

Abschließend eine persönliche Frage – was hat Dich einst zum Blauen Kreuz geführt?
Ich habe am 21.05.1999 als Betroffene den Weg zum Blauen Kreuz gefunden, als ich selber nicht mehr weiterwusste. Dort habe ich Rückhalt erfahren auf meinem Weg aus der Sucht und habe mit Gottes Hilfe gelernt, befreit zu leben.

Kleines Wortspiel zum Abschluss – bitte ergänze die folgenden Sätze:

Das Blaue Kreuz bedeutet für mich …Familie und es ist eine ganz besondere Lebenseinstellung. Wir begegnen uns dort mit einer gegenseitigen Wertschätzung und Offenheit, was in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist und viele Menschen, die das als Gäste erleben, immer wieder in Staunen versetzt.

Suchtkrankenhilfe ist … mehr als ein Job. Und ich freue mich, dass bei uns der Mensch im Mittelpunkt steht, den wir dabei unterstützen dürfen, befreit leben zu lernen – das ist doch so viel mehr als mit Tipps oder Druck das Suchtmittel wegzulassen.

Die Selbsthilfegruppen in Niedersachsen sind … wichtig.

Die Zukunft des Blauen Kreuzes …ist ein Projekt, das wir alle gemeinsam gestalten können.

Herzlichen Dank, für das Interview.

Ich wünsche dir Gottes reichen Segen für dieses Ehrenamt und freue mich, dies an deiner Seite mit den anderen Mitgliedern aus dem Vorstand tun zu dürfen.

Ingeborg Jockenhöfer

Ilona Alice Bühring

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