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Landesverband

Niedersachsen

Bundestreffen 2021 online

Viele haben es vielleicht schon geahnt. Weiterhin an einer mit ca. 1000 Teilnehmenden konzipierten Präsenzveranstaltung festzuhalten, scheint angesichts der derzeitigen Herausforderungen unverantwortbar. Deshalb hat der Leitungskreis »Bundestreffen 2021« in seiner Online-Sitzung am 12. Januar 2021 ein alternatives Konzept entwickelt, das in diesen Tagen geprüft wird. Hier schon mal einige Aspekte aus diesem Vorschlag:

• Am 19. Juni 2021 möchten wir gemeinsam deutschlandweit das Bundestreffen feiern – wenn auch digital. Für diesen Tag sollen verschiedene Videobeiträge erstellt werden.

• Zugleich wollen wir Gemeinschaft ermöglichen. Die Idee des Leitungskreises: An 135 Orten anlässlich 135 Jahre Blaues Kreuz treffen sich in ganz Deutschland Blaukreuzler in kleinen Gruppen zu einem lokalen bzw. regionalen Bundestreffen-Tag! Das könnte mit vier oder auch 40 Personen sein – immer unter Berücksichtigung der dann geltenden Schutzmaßnahmen. Die online ausgestrahlten Veranstaltungsinhalte könnten dann vor Ort gemeinsam angeschaut werden.

Stets aktuelle News dazu gibt es hier:

www.blaues-kreuz.de/de/bkbt/bundestreffen-2021/




Der Paritätische – Cuxhaven

»Selbsthilfe ist systemrelevant«

Die Einschränkungen der Coronapandemie wirken sich auf das Leben jedes Einzelnen aus. Wie mag es
da erst denjenigen gehen, die sowieso mit Ängsten, Panikattacken, Depression, Sucht oder Problemen
zu kämpfen haben und sich seit dem Lockdown im Dezember nicht mehr zum persönlichen Austausch
in Selbsthilfegruppen treffen dürfen? Nicht gut, wie ein Rundumblick in den 74 bei der
Selbsthilfekontaktstelle KIBIS des Paritätischen Cuxhaven organisierten Gruppen zeigt.
Am 10. Januar 2021 ist eine neue Fassung der Niedersächsischen Corona-Verordnung in Kraft getreten.
Die Maßnahmen zur Kontaktreduzierung wurden weiter verschärft. Treffen von Selbsthilfegruppen
sind nach wie vor nicht möglich. „Der persönliche Kontakt fehlt ungemein“, fasst Detlef Rutsch
zusammen. Er ist einer der beiden Leiter des Gesprächskreises für Suchtabhängige und Angehörige in
Cuxhaven. Die zehn Teilnehmer*innen zwischen 28 und 72 Jahren tauschen sich vor allem über
Alltagsprobleme von Süchtigen aus. Die Gefahr, rückfällig zu werden, Drogen zu nehmen, wieder zur
Flasche zu greifen oder sich im Online-Glücksspiel zu verlieren, steigt mit der Isolation. Telefon und
WhatsApp ersetzen nicht das direkte Gespräch; für Videokonferenzen fehlten oft Smartphone oder
Rechner. „Für mich sind Selbsthilfegruppen systemrelevant; Treffen unter Einhaltung der
Hygienevorschriften sollten wieder erlaubt sein“, meint Detlef Rutsch vom Freundeskreis des Blauen Kreuzes in Cuxhaven. ...

Weiterlesen: »Paritätischer: 'Selbsthilfe ist systemrelevant' - Isolation belastet Menschern schwer«

Der gesamte Pressemeldung ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.paritaetischer.de/kreisverbaende/cuxhaven/aktuelles/presseberichte-2020-1

(URL abgerufen am  9. Februar 2021; Link öffnet sich im neuen Browserfenster)


Alkohol in der Schwangerschaft

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Das Blaue Kreuz in Niedersachsen hat eine neue Landesvorsitzende!

Sabine Göllnitz-Möbius ist die neue Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen im Blauen Kreuz. Sie ist 55 Jahre alt, verheiratet, hat eine erwachsene Tochter – in einem kleinen Interview stellt sie sich kurz vor und spricht über das, was sie sich vorgenommen hat.

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zur Landesvorsitzenden des Blauen Kreuzes in Niedersachsen – was bedeutet das für Dich persönlich?
Es ist eine große Ehre für mich und ich bin sehr dankbar für das große Vertrauen, das mir entgegengebracht wird.

Liebe Sabine, zunächst möchten wir Dich ein wenig besser kennenlernen:

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit – ganz gleich ob lebendig oder tot – treffen dürftest: Wer wäre es und warum?
Ich würde mich gerne mit Jesus unterhalten. Ich finde es beeindruckend, wie er mit den Menschen umgeht und all dem was sie ausmacht.

Wenn du ein Lebensmittel wärst: Welches wäre es?
Schokolade.

Wie oft schaust du am Tag auf dein Handy?
Viel zu oft.

Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich vorgestellt?
Das weiß ich gar nicht. Solange ich denken kann, wollte ich Lehrerin werden und meine Mutter hat nie etwas anderes vorgeschlagen. Hauptsache etwas Akademisches …

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?
Wenn einer meiner Liebsten Hilfe braucht.

Kannst du beim Nichtstun nichts tun?
Das fällt mir sehr sehr schwer, auch beim Nichtstun macht zumindest mein Kopf immer irgendetwas. Ich kann das eigentlich nur, wenn ich am Meer sitze.

Wenn alle Tiere reden könnten, welches Tier, denkst Du, wäre am nervigsten?
Fliegen, weil die immer da sind – und alles mitbekommen.

Was erstaunt dich am meisten bei den Menschen?
Wie unterschiedlich und einzigartig sie sind. Ich bin neugierig auf die Menschen. Ich möchte wissen, warum sie so geworden sind, wie sie sind.

Was möchtest du, dass die Menschen in einigen Lebenslektionen lernen?
Jede Lektion/Krise birgt ein großes Potential um sich besser kennenzulernen. Und Fähigkeiten in sich zu entdecken, die noch in ihm/ihr schlummern.

Welche Ziele hast Du Dir als Landesvorsitzende für Deine Amtszeit gesetzt und was wird sich für die Blaukreuzfamilie in Niedersachsen ändern?
Ich wünsche mir eine bessere Vernetzung der Gruppen, wie es sie regional ja auch schon gibt. Dass wir voneinander profitieren und uns gegenseitig stärken. Wir werden auch Projekte aus »Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege« kennenlernen mit neuen Ideen für ein neues Selbstverständnis der Selbsthilfegruppen .
Da ich seit 2006 in den Seminaren unterwegs bin, liegt mir die Seminararbeit besonders am Herzen. Wir haben wunderbare Seminarangebote, die noch mehr in Anspruch genommen werden könnten und somit auch ganz wertvolle neue Impulse in unsere Gruppen bringen können.

Inwieweit sind für Dich digitale Kommunikationswege im Blauen Kreuz von Bedeutung?
Ich denke, dass uns Corona gezeigt hat, dass wir auch andere Kommunikationswege nutzen können. Wir haben gute Erfahrungen mit dem BlueMeeting gemacht. Sicherlich ersetzen diese auf Dauer nicht den persönlichen Kontakt und Austausch, aber sie sind eine sehr sinnvolle Ergänzung. Gerade bei großen Entfernungen sind so zwischendurch kurzfristig digitale Treffen möglich, die zielführender sind, als viele Telefonate hin und her …
Regional haben etliche Betroffene auf diese Weise zum Blauen Kreuz gefunden. Vor allem jüngere Menschen werden durch digitale Kommunikation angesprochen.

Einige Blaukreuz-Gruppen im Lande haben Nachwuchssorgen.
Wie können zunehmend auch jüngere Menschen für die Mitarbeit im Blauen Kreuz begeistert werden?
Spezielle Angebote für jüngere Menschen haben wir in den Gruppen meist nicht, hier hoffe ich auf die Impulse aus dem Projekt »Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege«. Das allein wird das Problem aber nicht lösen, denn neue Besucher in den Gruppen heißt noch nicht, dass dadurch auch Mitarbeiter gefunden werden. Diese Frage wird uns in der nächsten Zeit weiter begleiten und sicher intensiv beschäftigen.

Wie wirst Du Dich den aktuellen Herausforderungen (z. B. Corona-Pandemie etc.) stellen?
In meinem Job habe ich gelernt, lösungsorientiert zu denken und das scheint mir auch im Blauen Kreuz ein guter Weg zu sein. Auch in der Pandemie sehe ich nicht vordergründig das Problem – wir dürfen uns z. B. dem andern nicht wie gewohnt nähern und in den Arm nehmen, das fördert  jedoch unsere Achtsamkeit und das dürfen wir in dieser Zeit üben.

›Blick in die Glaskugel‹ – wie wird das Blaue Kreuz in Niedersachsen in 5 Jahren aufgestellt sein?
Innovativ, offen, Gemeinschaft.

Abschließend eine persönliche Frage – was hat Dich einst zum Blauen Kreuz geführt?
Ich habe am 21.05.1999 als Betroffene den Weg zum Blauen Kreuz gefunden, als ich selber nicht mehr weiterwusste. Dort habe ich Rückhalt erfahren auf meinem Weg aus der Sucht und habe mit Gottes Hilfe gelernt, befreit zu leben.

Kleines Wortspiel zum Abschluss – bitte ergänze die folgenden Sätze:

Das Blaue Kreuz bedeutet für mich …Familie und es ist eine ganz besondere Lebenseinstellung. Wir begegnen uns dort mit einer gegenseitigen Wertschätzung und Offenheit, was in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist und viele Menschen, die das als Gäste erleben, immer wieder in Staunen versetzt.

Suchtkrankenhilfe ist … mehr als ein Job. Und ich freue mich, dass bei uns der Mensch im Mittelpunkt steht, den wir dabei unterstützen dürfen, befreit leben zu lernen – das ist doch so viel mehr als mit Tipps oder Druck das Suchtmittel wegzulassen.

Die Selbsthilfegruppen in Niedersachsen sind … wichtig.

Die Zukunft des Blauen Kreuzes …ist ein Projekt, das wir alle gemeinsam gestalten können.

Herzlichen Dank, für das Interview.

Ich wünsche dir Gottes reichen Segen für dieses Ehrenamt und freue mich, dies an deiner Seite mit den anderen Mitgliedern aus dem Vorstand tun zu dürfen.

Ingeborg Jockenhöfer

Ilona Alice Bühring

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