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Startschuss für das Projekt „Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege“

03.07.2018

(V. l. n. r.) Dariusz und Georg (Sportcafé), Frank Meier (Projektleiter „Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege“), Jürgen Naundorff (Hauptbereichsleiter Ideelles), Manfred Langheit und Klaus (Sportcafé), Jens Krug (BARMER Krankenkasse) und Matthias Vollgrebe (Geschäftsführer Blaues Kreuz in Deutschland). Foto: Herrmann-Kümper

Die Sucht-Selbsthilfe braucht eine Horizonterweiterung. Davon ist das Blaue Kreuz in Deutschland überzeugt und hat aus diesem Grund im Juni 2018 ein neues Projekt gestartet: Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege. Der Startschuss für das Projekt fiel am 15. Juni 2018 mit einer Kick-Off-Veranstaltung in Bochum. „Bundesweit ist es in vielen Selbsthilfegruppen so, dass die Gruppen überaltern und Teilnehmerzahlen stagnieren. Der begrenzte Horizont auf die klassische Selbsthilfegruppe muss durchbrochen werden, indem neue Wege zu den hilfebedürftigen Menschen beschritten werden. Das sehen nicht nur wir vom Blauen Kreuz in Deutschland so“, beschreibt Jürgen Naundorff, Hauptbereichsleiter im Blauen Kreuz, die Situation. Der Blaues Kreuz in Deutschland e. V. als Bundesverband in der Sucht-Selbsthilfe hat sich deshalb auf den Weg gemacht, um neue Horizonte zu entdecken mit dem Ziel, dass mehr und auch jüngere suchtkranke Menschen und Angehörige in konzeptionell neuen Selbsthilfe-Angeboten Hilfe auf ihrem Weg der Suchtbewältigung finden. Gefördert wird das Projekt für drei Jahre von der BARMER Krankenkasse. Jens Krug ist Referent für Selbsthilfeförderung auf Bundesebene und sieht in dem Projekt eine große Chance: „Zum einen dienen die Sportarten als Ausgleichsventil in einem Alltag, bei dem die Krankheitsbewältigung der Sucht täglich Stress auslöst. Dann ist es eine Möglichkeit, dass alte und junge, betroffene und nicht betroffene sich begegnen. Das schafft in der Kommune für beide Seiten weniger Berührungsängste und mehr Berührungspunkte auf natürliche Weise. Schließlich hoffen wir, dass sich beim Blauen Kreuz in Deutschland neue Gruppen gründen und dass neue und jüngere Mitglieder Lust haben, Verantwortung zu übernehmen und den gemeinsamen Geist des Selbstmanagements zu stärken. Dadurch wächst das bürgerschaftliche Ehrenamt.“ 

Am Freitag, den 15. Juni 2018, wurde der Start des Projektes „Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege“ im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung mit geladenen Gästen und Teilnehmenden des Sportcafés „Ziemlich gute Freunde“ des Blauen Kreuzes in Bochum gefeiert. Neben offiziellen Ansprachen und Buffet kamen Gäste und Teilnehmende mit viel Spaß in Bewegung – und das in einem alkoholfreien Rahmen. Das Besondere am Sportcafé: Hier treffen sich Suchtkranke, Angehörige und Freunde, um gemeinsam Sport zu treiben und über Sucht ins Gespräch zu kommen. Bei Hallenfußball, Badminton und Tischtennis kommen alle ins Schwitzen. Dabei ist klar: Kein Alkohol, keine Drogen! Die Teilnehmenden haben zudem die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. So wird vor dem Spiel, an der Tischtennisplatte oder in der Umkleide, Sucht zum Thema gemacht. Ein Teilnehmer berichtet: „Vor einem Jahr habe ich aufgehört, Alkohol zu trinken. Mein Leben hat sich seitdem sehr positiv verändert. Sich freitags mit anderen auszupowern und den Stress der Woche hinter sich zu lassen, tut richtig gut. Und das ohne Alkohol!“

Das Sportcafé stellt ein vielversprechendes Projekt in der Sucht-Selbsthilfe dar, welches zukunftsfähig gemacht werden und vervielfältigt werden soll. „Darüber hinaus werden wir weitere neue Wege in der Selbsthilfe beschreiten“, so Frank Meier, Leiter des neuen Projektes. 

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