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Jahresthema 2018

befreit leben lernen - Gemeinsam echt stark!

Nach aktuellen Schätzungen gibt es zwischen 1,3 und 2,5 Mio. alkoholabhängige Menschen in Deutschland, davon 30 Prozent Frauen. Auf jeden Alkoholkranken kommen ungefähr 4-5 Angehörige, die unter den Folgen der Sucht leiden. Das Blaue Kreuz in Deutschland möchte die Angehörigen von Suchtkranken mehr in den Fokus rücken und stellt deshalb das Thema „Befreit leben lernen – Gemeinsam echt stark!“ über das Jahr 2018.

Wer eine Sucht entwickelt, hat sich häufig bereits in vielen Bereichen seines Erlebens und Verhaltens verändert, bevor bei einer medizinischen Untersuchung auf der körperlichen Ebene krankhafte Befunde festgestellt werden können. Das stellen am ehesten Angehörige und Freunde fest. Viele Ehepartner sagen z. B.: „Das ist nicht mehr der Mensch, den ich einmal geheiratet habe.“ Was für den Suchtkranken das Suchtmittel bedeutet, ist für Angehörige der suchtkranke Partner oder die Partnerin: Irgendwann dreht sich ihr ganzes Denken, Fühlen und Handeln um den suchtkranken Menschen. Die Abhängigkeit verändert auch das Leben der Familienangehörigen, Partner und Freunde.

Kinder sind besonders betroffen, denn sie sind dem veränderten Verhalten ihrer Mutter oder ihres Vaters hilflos ausgeliefert. Außerdem glauben sie oft, an den Problemen der Eltern schuld zu sein. Sie schämen sich und versuchen mit allen Mitteln zu verhindern, dass andere Menschen sehen können, was in ihrer Familie vor sich geht. Die meisten erwachsenen Kinder von Suchtkranken tragen die Erfahrungen in ihrem Elternhaus ein Leben lang mit sich herum: Sie haben Probleme mit dem Selbstwertgefühl, Schwierigkeiten mit Veränderungen, neigen zu komplizierten Beziehungen und sind selbst erheblich suchtgefährdet.

Sie sind meist zuerst bereit, Hilfe zu suchen und anzunehmen. Das verändert sowohl das Leben der Angehörigen als auch der Suchtkranken. Gemeinsam sind sie stark und können die Sucht überwinden.“

Reinhard Jahn, Bundesgeschäftsführer des Blauen Kreuzes in Deutschland: „Angehörige leiden häufig mehr unter der Sucht als der Suchtkranke selbst.

Angehörige von Suchtkranken benötigen zum einen unsere Hilfe, Unterstützung und unsere Aufmerksamkeit, damit auch sie befreit leben lernen können. Zum anderen können Suchtkranke durch eine geeignete Begleitung Angehöriger bzw. des nahen sozialen Umfelds in ihrem Abstinenzwillen enorm unterstützt werden. Diese Ressourcen gemeinsamen Redens und Handelns Suchtkranker und Angehöriger sollen stärker in den Fokus der Sucht-Selbsthilfe genommen und ganz praktisch genutzt werden. Auch sollen Fragen nach einer geeigneten Zusammenarbeit in der Sucht-Selbsthilfe zwischen suchtkranken und angehörigen Helfern sowie den Akteuren der beruflichen Suchthilfe gestellt und gemeinsam beantwortet werden. Befreit leben lernen – Gemeinsam echt stark!
 

News

Veranstaltungen

"KINDER AUS DEM SCHATTEN HOLEN" - NEUE GRUPPE FÜR KINDER SUCHTKRANKER ELTERN STARTET IN HAGEN

Circa jedes sechste Kind in Deutschland wächst im Schatten der Sucht auf, die meisten davon mit einem alkoholkranken Elternteil. Sehr früh übernehmen diese Kinder Verantwortung für die Eltern und springen in die Bresche, wenn die Erwachsenen – suchtbedingt – ausfallen. Eine solche Kindheit hinterlässt Spuren in den Seelen der Kinder. Etwa ein Drittel von ihnen entwickelt in der Jugend oder im Erwachsenenalter eine eigene Sucht. Ein weiteres Drittel zeigt psychische oder soziale Störungen.

Allein in Hagen (NRW) sind ca. 5.500 Kinder und Jugendliche betroffen, Kinder Glücksspielabhängiger sind dabei nicht gezählt. Hilfreich sind hierbei besondere Gruppenangebote, bei denen Kinder suchtkranker Eltern über ihre Sorgen sprechen können und lernen, wieder Kind zu sein. Aus diesem Grund wird das Blaue Kreuz in Hagen ab April 2018 eine Gruppe für Kinder und eine Gruppe für Jugendliche anbieten. Informationen zu dem Projekt „Die Kinder aus dem Schatten holen“ gibt es bei der Blaukreuz-Fachstelle Sucht, Zur-Nieden-Straße 30, Tel. 02331 / 9337450, E-Mail: c.look@blaues-kreuz.de. Ansprechpartner sind Christian Look und Tanja List.

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16. Juli 2018, 16.30 Uhr

Veranstaltung zum Thema "Kinder suchtkranker Eltern"
Ort: Bürgerhaus Zähringen, Freiburg
Mitveranstalter sind das Blaue Kreuz Freiburg und der Kreuzbund

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Material

Artikel

Von Sucht mitbetroffen - Als Angehöriger Wege aus der Sucht und zu heilsamer Veränderung

Aus: Magazin BLAU 3/18

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Hilflos, ohnmächtig, extrem belastend - Selbsthilfegruppe für Eltern in Zwickau

Aus: Magazin BLAU 2/18

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Neue Perspektive und Hoffnung für Angehörige

Aus: Magazin BLAU 2/18

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"Familie aus dem Gleichgewicht" von Marianne Holthaus

Aus: Magazin BLAU 2/18

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Ankündigung Jahresthema

Aus: Magazin BLAU 1/18

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Bilder

Angehörige - befreit leben lernen

© Barbara Bechtloff

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Mutter und Kind - befreit leben lernen

 © Barbara Bechtloff

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Trost

 © Jordan Whitt/unsplash.com

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Pressemitteilung

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Januar 2018

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