Blaues Kreuz Intern
Login-Bereich

Abbrechen

Berichte

Roth

„Der Weg ist das Ziel“

Dieses Sprichwort ist mir bei meiner sonntäglichen Fahrradtour eingefallen. Den Blick auf meinem Weg habe ich mit einem Foto in unserem Wegweiser festgehalten.

Ich sah den Weg vor mir und dachte, das könnte ein gutes Thema sein.

Früher dachte ich immer: „Irgendwann bin ich am Ziel und dann ist alles gut, dann brauche ich nichts mehr zu tun.“

Aber das ist nicht so. Im Blauen Kreuz habe ich die Erkenntnis erlangt, dass vor allem der Weg das Ziel ist.

Was bedeutet das für mich?
Diese Weisheit hat für mich in den unterschiedlichen Phasen meines Lebens auch unterschiedliche Bedeutungen:

Freude: Wenn ich vor allem das Ziel statt dem Weg zum Ziel im Auge habe, kann ich mich weniger an den Teilzielen erfreuen. Diese Tatsache allein wäre schade. Und wenn ich dann noch bedenke, dass der Weg die meiste Zeit meines Lebens beansprucht und die Erreichung eines Zieles nur ein Augenblick ist, wäre es zu Schade mich nur an der Erreichung des Ziels zu erfreuen.

Es gibt Ziele in meinem Leben, die ich vielleicht niemals erreiche und doch lasse ich sie nicht aus den Augen. Dies ist solange möglich, wie ich den Weg als Ziel im Sinn habe.

Sichtweise: Wenn ich mich ausschließlich auf das Ziel selbst konzentriere, sehe ich auch nur das, was mich noch vom Ziel abhält. Ich fokussiere mich also auf das Negative, das was fehlt. Hingegen erfreue ich mich am Positiven, das was ich bereits erreicht habe, wenn ich den Weg als Ziel sehe.

Das heißt: ich gehe meinen Weg und freue mich an den kleinen Dingen, die mir passieren und über den Weg laufen. Ich lebe jetzt und versuche mich auf das zu konzentrieren, was ich gerade mache. Ich bleibe nicht stehen sondern versuche mich weiter zu entwickeln. Auch eine einigermaßen gesunde Lebensweise hilft mir, mich gelassen auf meinen Weg zu machen.

Außerdem bin ich nicht allein! Ich habe Familie und Freunde und Weggefährten und Gott, die mich auf meinem Weg begleiten.

Eure Anita

Erste WG für suchtkranke Menschen

Das Blaue Kreuz in Würzburg eröffnete die erste WG für suchtkranke Menschen mit Abstinenzwunsch.

Zwei Männer und eine Frau haben sich für die neue WG beworben, nachdem sie von dem Pilotprojekt „Betreute WG“ erfahren haben.

Gegenseitig unterstützt sich das Trio darin, suchtfrei zu leben. Abstinenz ist Voraussetzung dafür, aufgenommen zu werden.

Die drei Menschen haben schwere Suchtkarrieren hinter sich wie z.B. 6 Flaschen Wodka am Tag. Einer von ihnen war so weit, sich das Leben zu nehmen.

Nach Jahren Suchttherapie wollten sie nicht mehr irgendwo alleine hocken.

Niemand aus dem Trio will noch einmal in die Suchtspirale geraten. Ihr Motto lautet:

„Nie wieder Alkohol!“

„Gemeinsam abstinent bleiben“

Fast 2 Jahre suchte das Blaue Kreuz nach einer Wohnung, um eine WG zu gründen.

Der Kampf um das Pilotprojekt hat sich gelohnt. Das sieht man an dem WG-Trio. Keiner der drei hätte es wahrscheinlich geschafft, nach der langen Therapiezeit auf dem extrem angespannten Wohnungsmarkt Fuß zu fassen. Vor allem zeichnet sich nach den ersten sechs Monaten ab: Die drei helfen einander tatsächlich, abstinent zu bleiben.Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass es die erste WG gibt, erhielt das Blaue Kreuz 20 Anrufe von Menschen, die sich auch einen WG-Platz wünschen.

Das Blaue Kreuz hofft, das neue Angebot in den kommenden Jahren ausbauen zu können. Was jedoch von der Kooperationsbereitschaft der Vermieter abhängt.

Ich finde das eine wunderbare Idee, die unbedingt Unterstützung braucht.

Vielleicht finden sich ja Nachahmer, wenn sich dieses Projet herumspricht. Ich hoffe es.

Dieser Bericht stammt in Auszügen aus dem Jahresbericht 2018 vom Blauen Kreuz in Deutschland e. V.

Sie möchten Helfen?
Spenden Online. Schnell und sicher.