Der Landesverband Westfalen wurde am 01.11.1988 gegründet. Den Anstoß zur Gründung gab der Bundesverband, der seit längerer Zeit daran arbeitete, sich strukturell neu aufzustellen. Bisher gehörte zur Verbandsphilosophie, dass hauptamtliche Mitarbeiter, die Bundessekretäre (Reisesekretäre auf Bundesebene), regelmäßig die Gruppen und Vereine in ganz Deutschland aufsuchen sollten, um durch Vorträge, Mitarbeiterschulungen, Seminare, Gottesdienste die Arbeit vor Ort zu stärken. Seit Jahren ließ sich jedoch kein Mitarbeiter mehr gewinnen, um sich zu diesem mehrtätigen und bundesweiten Reisedienst anstellen zu lassen. Vielmehr siedelten sich Blaukreuzsekretäre in den Regionen an, die z.T. von den Gruppen und Vereinen aus der Region mit finanziert wurden. Zum anderen taten sich Möglichkeiten auf, dass Fördermittel für die regionale Arbeit bei den Gliedkirchlichen Diakonischen Werken (DW) beantragt werden konnten. Bisher hatte der Bundesverband in allen gliedkirchlichen DW Förderanträge gestellt, die immer öfter mit dem Argument abgelehnt wurden, dass die Gelder nicht über die Grenzen der jeweiligen Landeskirche hinaus ausgegeben werden durften. Da zu der Zeit schon einzelne Regionalverbände bestanden, die mit dieser Regionalstruktur gut zu Recht kamen, folgte der Bundesverband 1988 mit einem Veränderungsbeschluss diesen Notwendigkeiten.

 

Für alle Landesverbände wurden Mustersatzungen erstellt. Die Satzung für den LV Westfalen wurde am 01.11.1988 durch eine gesondert einberufene Gründungsversammlung von 38 Mitgliedern in Lüdenscheid verabschiedet und der Verband gegründet. Gegenüber anderen Bundesländern hatte der LV Westfalen die Besonderheit, dass es drei sehr gut funktionierende und große Kreisverbände (KV) gab, die ihren Vorsitzenden automatisch in den Vorstand entsandten. Es waren die Vorsitzenden, Traugott Hägerbäumer, Hiddenhausen, vom KV Ostwestfalen-Lippe (OWL), Manfred Nickel, Altena, vom KV Sauerland, Erich Amos, Siegen-Eiserfeld, vom Kreisverband Siegerland. Mit Martin Vollgrebe, Wattenscheid, wurde ein Vertreter für den heutigen Kreisverband Ruhr gewählt, mit dem Ziel, die Blaukreuzarbeit im westfälischen Teil des Ruhrgebiets stärker zu beleben. Die Delegiertenversammlung wählte in der Gründungsversammlung Dietmar Flömer zum 1. Vorsitzenden. In der darauffolgenden Vorstandssitzung wurde am 15.04.1989 Erich Amos zum 1. Stellvertreter, Traugott Hägerbäumer zum Kassierer und Manfred Nickel zum Schriftführer bestellt. Der damalige Bundessekretär, Hermann Hägerbäumer, Schwelm, wurde zur Unterstützung des Vorstands zum ehrenamtlichen Geschäftsführer berufen. Später wurde Esther Vogt, Hemer als Frauenbeauftragte gewählt und Christoph Lahme, Altena für die präventive Kinder- und Jugendarbeit.

 

Als besondere Herausforderung sah der Vorstand das Ziel, die Blaukreuzarbeit im westfälischen Ruhrgebiet zu stärken. Recht bald wurde eine Satzung zur Gründung des KV Ruhr verabschiedet. Mit finanzieller Unterstützung der Landeskirche von Westfalen, Bielefeld, konnte eine Referentenstelle geschaffen werden, auf die Manfred Nickel, Altena, berufen wurde. Der Kreisverband Ruhr hat sich mit Unterstützung des LV gut entwickelt. Die anderen KV wurden in ihrer Arbeit unterstützt und behielten ihre vielen und guten Aktivitäten bei, ohne das eigene Gepräge und die Selbstständigkeit aufzugeben. Im LV Westfalen sind mehrere Facheinrichtungen angesiedelt, die in der Blaues Kreuz Diakoniewerk mGmbH zusammengeschlossen sind. Dazu gehören in OWL: Blaukreuz-Zentrum Lippe, Bad Salzuflen (Adaptionseinrichtung, Ambulante Rehabilitation, Betreutes Wohnen, Fachstelle für Suchtberatung und Prävention usw. in Bad Salzuflen, Detmold und Lemgo).

 

Im KV Sauerland: Blaukreuz-Zentrum Hagen (Adaptionseinrichtung, Ambulant Betreutes Wohnen, Ambulante Rehabilitation, Stationär betreutes Wohnen, Fachstelle Sucht, Bistro Klamotte) und Märkischer Kreis (Betreutes Wohnen). Im KV Ruhr: Jugendbegegnungsstätte „XtraDry“ in Schwelm mit angeschlossener Suchtprävention für Schulen (blu:prAEVENT – SCHULAKTION). Im KV Siegerland: Seit 50 Jahren ist die Familien-Ferienstätte in Burbach-Holzhausen beheimatet.

 

In den 25 Jahren seines Bestehens hat der LV Westfalen entscheidend mitgewirkt bei der Gründung des Fachausschuss Sucht des Landes NRW (FAS), Wuppertal. Er hat die Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Sucht-Selbsthilfegruppen und -Organisationen gesucht und sich in den Fachgremien des DW Westfalen engagiert eingebracht.

 

In den 25 Jahren wechselte das Amt des Vorsitzenden am 04.03.2005 von Dietmar Flömer, Hiddenhausen zu Dieter Herten, Essen, dessen Nachfolger am 05.03.2010 Pfr. Burghard Boyke, Castrop-Rauxel wurde. Die ehrenamtliche Geschäftsführung liegt weiterhin in den Händen von Hermann Hägerbäumer. Esther Vogt ist nach 25 Jahren noch die Frauenbeauftrage des LV Westfalen. Allen, die bei der Gründung des LV Westfalen mitgewirkt haben und in den 25 Jahren sich in unterschiedlichen Bereichen engagierten haben, sei an dieser Stelle recht herzlich gedankt. Nach 25-Jahren ist festzustellen, dass die Gründung des Landesverbands wichtig und richtig war und vielen Menschen aus der Sucht zu einem neuen Leben geholfen werden konnte.

 

Hermann Hägerbäumer

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