Blaues Kreuz Intern
Login-Bereich

Abbrechen

Landesverband Niedersachsen-Bremen

Blaukreuz-Gruppen tauschen sich aus

Blaukreuz-Forum in Wolfsburg

Das Forum ist ein in regelmäßigen Abständen stattfindendes Treffen unserer Blaukreuz-Selbsthilfegruppen aus dem südöstlichen Niedersachsen. Nachdem auch diese Treffen durch die Pandemie beeinträchtigt waren, konnte es am 20. August 2022 in Wolfsburg endlich wieder losgehen.

Die Gastgeberin Ursula Fischer, Mitglied im Vorstand des Wolfsburger Ortsvereins, konnte die Gäste herzlich begrüßen und sich über einen regen Gedankenaustausch zu allen aktuellen Themen der Suchtselbsthilfe freuen.

Christiane Krüger, langjährige Leiterin der Gifhorner Ortsgruppe, eröffnete das Forum und gab einen Impulsvortag zum Thema »Freude schenken, empfangen und empfinden« ins Teilnehmerfeld.

Die Landesverbandsvorsitzende und Leiterin der Osteroder Ortsgruppe Sabine Göllnitz-Möbius wagte dann natürlich auch den Blick zurück in die Pandemie-Zeit. Insgesamt war es für die Selbsthilfe, deren wesentlicher Bestandteil nun einmal die persönlichen Gespräche sind, eine große Herausforderung. Alle Beteiligten waren sich aber einig, dass das Gröbste nun überstanden sei und man zu neuen Zielen aufbrechen könne.

Unter dem Motto »Mut zur Veränderung« wurde das Thema in die Runde eingebracht, wie man sich zukünftig in der Öffentlichkeit noch besser präsentieren könnte. Daraus entwickelte sich eine rege Diskussion um den Einsatz des Blaukreuz-Mobils in Wolfsburg.

Das Blaukreuz-Mobil ist ein innovatives Pilotprojekt, das aktuell in Mecklenburg-Vorpommern getestet wird und dazu dient, die Blaukreuz-Arbeit für alle sichtbar in die Fläche zu tragen und entsprechend auf die Arbeit des Blauen Kreuzes aufmerksam zu machen. Die Teilnehmer waren sich darin einig, zu prüfen, ob dieser rollende Werbeträger nicht auch bald einmal in der Region Südost-Niedersachsen  für das Blaue Kreuz Flagge zeigen soll.  
Infos zum Projekt »Blaues Mobil«

Nach einer gelungenen Veranstaltung und dem abschließenden Reisesegen brachen die Teilnehmer gut gestärkt und voller neuer Ideen wieder in Ihre Heimat auf.

Bis zum nächsten Mal oder gerne jederzeit auf www.blaues-kreuz.de

Blaues Kreuz unterwegs – Seminar in Bad Bevensen

Anfang September 2022 zog sich das Blaue Kreuz Wolfsburg für ein besonderes Seminar nach Bad Bevensen zurück. Im schönen Ambiente des Tagungshauses des Gustav Stresemann Instituts im Ortsteil Medingen tauschten sich die 20 Teilnehmer unter der fachkundigen Moderation von Tjard Jacobs, Referent des Blauen Kreuzes, über das Thema Beziehungen aus.

Wie immer bei angeregten Diskussionen in der familiären Atmosphäre einer guten Gemeinschaft stellten alle schnell fest, dass man das Thema aus vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann.

Welche Beziehungen pflege ich zu anderen Menschen? Wie gehe ich mit meinem Gegenüber um? Natürlich wurden auch die Fragen bezüglich des Umgangs und der Beziehung zu Suchtmitteln beleuchtet. Aber schon bald näherte man sich dem Kern der Sache:

• Wie ist eigentlich meine Beziehung zu mir selbst?
• Mag ich mich eigentlich selbst?
• Gehe ich eigentlich wertschätzend und achtsam mit mir selbst um?

»Jeder von uns, der es geschafft hat, sich von der Sucht loszusagen, weiß das ganz genau. Erst wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, bin ich überhaupt in der Lage, meine vielfach durch die Sucht erschütterten Beziehungen zu reparieren und wieder Vertrauen zu meinem Gegenüber aufzubauen.« so Siegfried Neumann, 1. Vorsitzender des Wolfsburger Ortsvereins.

Neben den intensiven Diskussionen wurde aber auch ganz praktische Beziehungsarbeit geleistet. Während einige Teilnehmer die freie Zeit nutzten, um die Gartenanlagen des benachbarten Klosters Medingen zu erkunden, folgten andere bei schönstem Wetter dem Ruf der Soletherme von Bad Bevensen, um im warmen Wasser die Gedanken zu ordnen.

Nach einem rundum gelungenen Wochenende ging es mit vielen inspirierenden Gedanken und neuen Erkenntnissen wieder nach Hause.

Lust auf Inspiration ? www.blaues-kreuz-wob.de

Deichbrand-Musikfestival 2022 in Cuxhaven

Ende Juli konnte es wieder stattfinden – nach zwei Jahren Pandemie-Pause: Das Deichbrand-Musikfestival an der Nordsee in Cuxhaven-Nordholz. Über 60.000 Besucher erlebten die tolle Stimmung bei diesem Mega-Event.

Der Gesprächskreis für Suchtabhängige und Angehörige Cuxhaven – Freundeskreis des Blauen Kreuzes - und somit natürlich auch blu:prevent  waren wieder dabei. Damit löste die Gruppe ein Versprechen an die vielen Jugendlichen ein, die gefordert hatten, beim nächsten Deichbrand unbedingt wieder dabei zu sein.  

Allein schon der Gedanke, eine Sucht-Selbsthilfegruppe stellt sich den vielen tausenden Menschen auf einem Festival, steht Rede und Antwort, betreibt Präventionsarbeit, redet über Alkohol, Drogen, Mediensucht und vieles mehr und gibt den ratsuchenden Menschen bereitwillig Auskunft über ihr eigenes Schicksal. Was für eine Herausforderung!

12 Mitglieder, „vier davon alte Hasen“, die von 2019 Festivalerfahrung hatten, und acht neue „starke“ Leute- inklusive der Verstärkung vom Blauen Kreuz aus Bad Salzuflen wurden schon am ersten Tag von Jugendlichen begrüßt. Mit spielerischen Challenges machten wir auf die Gefahren der Sucht aufmerksam. Teilnehmer nahezu jeden Alters und jeglicher Couleur machten begeistert mit. Aber es wurden auch ernste Gespräche über eigene oder im engen Umfeld aufgetretene Suchtprobleme, Schwierigkeiten und deren Auswirkungen besprochen. Hilfsmaßnahmen wurden diskutiert und einzelne Termine für weitere Gespräche vereinbart.

Outdoor-Mikado mit Rauschbrillen

Aktionen am Stand wie Outdoor-Mikado (80 cm große Stäbchen), Ball- und Wikingerspiele, Beachvolleyball auf dem Outdoorgelände mit und ohne Rausch- und Drogenbrillen etc. zeigten, wie es ist, wenn ich mein Umfeld verschwommen oder verzerrt sehe, die Abstände bzw. die Entfernung nicht mehr richtig einschätzen kann.

Und dennoch war die Stimmung insgesamt anders als 2019. Die Belastungen durch Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die soziale Ungewissheit und weitere Themen aus dem gesellschaftlichen Leben wurden am Stand diskutiert und trugen laut Meinung einiger Teilnehmer dazu bei, dass die Stimmung bei vielen Leuten auf dem Festival einen „Hauch von Reserviertheit“ hatte. Die totale Unbeschwertheit war nicht wie sonst zu spüren. Umarmungen fielen spärlicher aus.

Es war aber dennoch ein gelungenes Festival, eine hervorragende Präventionsarbeit des Deichbrandteams, ausgedrückt durch die große Dankbarkeit der Jugendlichen und Erwachsenen, Einsicht von einigen und Anerkennung von vielen Besuchern. Es hat sich für alle gelohnt, denn Blu:prevent ist nicht nur Präventionsarbeit für andere. Es ist auch Arbeit an sich selbst.

Deichbrandfest – Blick hinter die Kulissen

Dankeschön an alle, die dabei waren

Bewusst haben die beiden Hauptorganisatoren des Deichbrandteams Kirsten Lafrentz und Detlef Rutsch neue und junge Leute ins Team geholt. Leute, die sich hier behaupten mussten, was absolut nicht einfach war. Sich den Gefahren gegenüber zu sehen, wenn es nach Alkohol oder anderen Substanzen riecht. Gefahren der gefühlsmäßigen »Beklemmung« durch die vielen Menschen, die man auf einem Festival sieht. Und dennoch offen über die eigene Suchterkrankung zu sprechen, ist keine ganz einfache Sache. Danke an alle, die mitgemacht haben!

Ein großes Dankeschön auch an alle Besucher und Beteiligten und an diejenigen, die wieder an uns und an die Aktion geglaubt haben.

Ein großes Dankeschön an die Organisatoren und unseren Ansprechpartner des Deichbrandfestivals, ohne deren Engagement und großzügige Unterstützung wir unseren Stand auf dem Platz und mit all unseren Leuten nicht so wirksam hätten darstellen können.

Einen ebenso besonderen Dank gilt der AOK Niedersachsen ohne deren großzügige finanzielle Unterstützung diese Aktion und Durchführung nicht möglich gewesen wäre.

Dankeschön an alle zwölf Mitstreiter des Deichbrand-Teams , die Freude und Dankbarkeit der Festivalbesucher – es ist Euer Verdienst.

Detlef Rutsch & Kirsten Lafrentz
Team Cuxhaven

Bericht vom Deichbrandfest: Detlef Rutsch; Fotos: Detlef Rutsch und Kim Wültner


Aktiv-Wochenende für mehr Leben

Das diesjährige Aktiv-Wochenende Norddeutschland (ehemals VMK) fand im April 2022 zum Jahresthema »für mehr Leben« in Krelingen statt.

Unter dem ersten Tagungspunkt »für mehr Leben« – für mich persönlich gab es Gelegenheit, aus der aktuellen Arbeit zu berichten und mitgebrachte Themen und Erwartungen an das Wochenende zu sammeln – hier einige Beispiele:

  • Erwartung und Freude Gemeinschaft zu erleben
  • Wie bewege ich Andere zur Gruppe zu kommen?
  • Brauchen jüngere Menschen ein anderes Angebot?
  • Wie kann ich Teilnehmer zur Mitarbeit bewegen?
  • Intensivere Öffentlichkeitsarbeit?
  • Wie gehen wir in der Gruppe mit aktuellen Themen zur Weltpolitik und Gesellschaft um?
  • Glaube und Gruppe?
  • Großes Thema: Dankbarkeit!

Zum Thema »für mehr Leben« – heute in der Gruppenarbeit zog Martin Schmidt den Vergleich zum Auto, denn das muss regelmäßig zum TÜV. Mit dieser Anregung wurden Punkte für eine Wartungsliste unserer Gruppen erarbeitet. Ganz individuell kann jede Gruppe Punkte auf den Prüfstand stellen und ermitteln, was gut läuft und wo es noch etwas zu tun gibt? Hier einige Beispiele:

  • Wie sieht das äußere Bild der Gruppe aus?
  • Wie sind die Räumlichkeiten gestaltet?
  • Welche Rolle spielen Evangelium und Glauben?
  • Wie steht es um die Ehrlichkeit?
  • Was erwarte ich persönlich von der Gruppe? Habe ich Vertrauen, offen über meine Gefühle zu reden
  • Erfahren Teilnehmer Annahme, Halt und Rückhalt
  • Ist Selbstreflexion möglich, dürfen Feedback und Kritik Raum finden?
  • Sind sie Aufgaben auf genügend Schultern verteilt?
  • Öffentlichkeitsarbeit und Internetpräsenz?
  • Wie sind wir extern eingebunden und vernetzt?
  • Ist ausreichend Geld vorhanden, Fördermittel genutzt?

Diese Punkte stehen nur beispielhaft und können beliebig ergänzt und ausgetauscht werden…

Vielleicht ist es eine Anregung, in den lokalen Gruppen ebenfalls mal einen »TÜV« zu starten.

Unter dem Punkt »für mehr Leben« – meine Visionen, meine Wünsche wurden verschiede Aspekte zusammengetragen, die die Teilnehmer bewegten oder im Rahmen des ‚TÜV‘ präsent wurden. Z.B.

  • Neue Flyer für lokale Gruppe mit eigenen Ideen, aber dem neuen Blau-Kreuz-Design wegen des Wiedererkennungswertes
  • Projektarbeiten regional wie z.B. einen Volkshochschulkurs zum Thema Sucht anbieten
  • Wandertage als niederschwelliges Angebot für Interessierte
  • Unterstützung der Gruppen untereinander, gegenseitige Besuche
  • Teilnehmer der Grundausbildung mehr bei den regionalen und überregionalen Veranstaltungen einbeziehen und die Möglichkeit der Mitarbeit fördern
  • Externe Referenten zu beliebigen und ganz unterschiedlichen Themen einladen – regional oder auch zum nächsten Aktiv-Wochenende
  • Weiterbildung, Aus- und Fortbildung, Supervision, Thematische Seminare zu Themen wie »Themenzentrierte Interaktion« (TZI), zu sich stehen, Helfersyndrom, Mut und Motivation, Konfliktbewältigung, Feedback, Abgrenzung etc.
  • Unterstützung im Glauben und im Gebet

Die Landesvorstände nehmen diese Anregungen als Aufträge mit in ihre weitere Arbeit. Weitere Ideen, Wünsche und Impulse werden gerne aufgenommen.

Einer der vielen geistlichen Impulse, die das Wochenende begleiteten, »für mehr Leben« – Gott sieht mehr in Dir als Du selbst! Jeder Mensch steckt voller Ressourcen, aber wie kann ich sie wecken und wie kann ich sie fördern?

Manchmal gilt es, Gewohnheiten aufzubrechen, etwas Neues auszuprobieren, die Komfortzone zu verlassen, damit mehr Leben möglich wird.

Text: Sabine Göllnitz-Möbius; Foto: Detlef Rutsch

Zwei Bundesländer – ein Landesverband

Bericht von der Vertreterversammlung 2021

Die diesjährige Vertreterversammlung fand Mitte Oktober in Bremen statt. Obwohl Bremen eigentlich einen eigenen Landesverband (LV) hat, war es der perfekte Ort für diese Jahreshauptversammlung. Im Vorstand wurde nämlich die Zusammenführung des LV Niedersachsen mit dem LV Bremen beschlossen und zwischenzeitlich bei der Bundeszentrale des Blauen Kreuzes in Deutschland in Wuppertal beantragt. Voraussichtlich schon in diesem Jahr werden sich die beiden Landesverbände, die bereits in der Vergangenheit stets gut zusammengearbeitet haben, zum Landesverband Niedersachsen-Bremen verbinden.

Tjard Jacobs, Reisesekretär des Blauen Kreuzes im Norden, hielt eine kurze Andacht zum Thema »Unvollkommene Gemeinschaft« basierend auf Lukas 5.7. Die Geschichte in der Bibel handelt von Petrus, der von Jesus den Auftrag erhielt, fischen zu gehen. Die Aussichten auf einen guten Fang waren gering. Wider Erwarten waren die Netze aber so prall gefüllt, dass Petrus alle, die in der Nähe waren, zur Hilfe rief, die Netze einzubringen. Ganz gleich, welche Voraussetzungen sie mitbrachten, alle halfen mit. Diese Geschichte bot ein schönes Bild einer ›unvollkommenen‹ Gemeinschaft. Niemand ist perfekt, jeder kann mit seinen Stärken und Schwächen und individueller Lebensgeschichte einbringen. Alle ergänzen sich wunderbar. Ein gutes Beispiel auch für uns im Blauen Kreuz.

Neben den üblichen Regularien einer Vertreterversammlung (Kassenbericht, Kassenprüfung, Zuschüsse etc.), gab es Berichte aus dem Landesverband. Gemeinsam mit den anwesenden Gruppenvertretern haben wir uns die Zeit für einen ausführlichen Austausch genommen.

Blaues Kreuz gemeinsam online erleben!
Aus dem Bundesverband gab es einen Rückblick auf das Bundestreffen, das in diesem Jahr pandemiebedingt als Online-Veranstaltung stattfand. BlueMeeting, das Online-Gruppenangebot (mehr Infos hier: BlueMeeting) hat sich gut entwickelt und wird viel genutzt. Inzwischen gibt es auch schon mehrere Online-Gruppen.
Bluespirit von Jürgen Paschke (Mehr Infos hier BlueSpirit) und der »Blaue Impuls« von Tjard Jacobs haben sich fest etabliert und werden auch künftig als Quelle der Inspiration erhalten bleiben.

Thematischer Impuls – »Reden tut gut – wie gehen wir miteinander um?«
Kommunikation ist gerade bei uns im Blauen Kreuz ein wichtiges Thema. Wir können nicht »NICHT-kommunizieren«. Selbst wenn wir schweigen, senden wir durch Mimik, Gestik und Körperhaltung Botschaften an unsere Umgebung. Ingeborg Jockenhöfer hielt einen kleinen Vortrag über gewaltfreie Kommunikation, bei dem es im Kern darum ging, dass wir uns vieler Wertungen in unseren Worten gar nicht bewusst sind. Das fängt bereits auf der gedanklichen Ebene an. Anhand von Beispielen konnte geübt werden, gewaltfreie Formulierungen zu finden, durch die auch ein Umdenken angeregt wurde. Die anschließende lebhafte Diskussion zeigte, dass dieses Thema nicht in aller Kürze abgehandelt werden kann – vielleicht gibt es in absehbarer Zeit dazu ein Seminar …

Zum Abschluss wurde noch ein Blick auf das kommende Jahr geworfen. Es war eine rundherum gelungene Vertreterversammlung in entspannter Atmosphäre. Ein Dankeschön gilt den Bremern für ihre Gastfreundschaft.
(Bericht: Sabine Göllnitz-Möbius und Ilona Alice Bühring)



Die Wolfsburger waren dabei

gemeinsam. echt. frei.

... lautete das Motto für das diesjährige Bundestreffen des Blauen Kreuzes, das aufgrund der Pandemie zum ersten Mal online stattfand. Andreas Kempfert aus Wolfsburg berichtet vom gemeinsamen Event:

Eigentlich war alles klar und bereits organisiert beim Blauen Kreuz. Der Höhepunkt der Blaukreuz-Arbeit, das alle fünf Jahre stattfindende Bundestreffen, sollte bereits 2020 über die Bühne gehen. Dann kam die Corona-Pandemie und alles wurde anders. Aufgeben wollte aber niemand und so wurde das Bundestreffen am 19. Juni 2021 als Online-Event nachgeholt.

»Es ist natürlich sehr schade, dass diesmal nicht die Möglichkeit bestand, sich mit den vielen anderen Gruppen aus ganz Deutschland persönlich auszutauschen. Aber es galt, das Beste aus der gegenwärtigen Situation zu machen, und das haben wir getan«, erklärte Siegfried Neumann, 1. Vorsitzender des Wolfsburger Ortsvereins. Viele der fast 1100 Gruppen und Vereine, zusammengeschlossen im Blauen Kreuz in Deutschland e.V. um suchtkranken Menschen und deren Angehörigen zu helfen, nahmen an der zentralen Online-Veranstaltung teil. Mit von der Partie war auch die Wolfsburger Blaukreuzgruppe.

Die Michaelis-Kirchengemeinde in Fallersleben stellte Räumlichkeiten und die erforderliche Technik zur Verfügung. »Es ist insbesondere in solchen Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich, dass eine Kirchengemeinde so großzügig handelt. Deshalb bedanken wir uns ganz herzlich bei der Michaelis-Kirchengemeinde«, führte Neumann aus.

Neben den Liveschaltungen zu verschiedenen Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland standen als Highlights Impulsvorträge auf dem Programm, die das Thema des Bundestreffens »gemeinsam. echt. frei.« aufnahmen. Jürgen Paschke, Bundesvorsitzender des Blauen Kreuzes, führte die Teilnehmer mit einem spannenden Interview durch 135 Jahre Geschichte des Blauen Kreuzes.

Nach dem offiziellen Teil schloss das Bundestreffen mit der Übertragung des Theaterstücks »Sinneswandel« aus dem Falkenroth-Haus Hagen und einem Livestream Konzert mit Judy Bailey.

Impressionen vom Online-Bundestreffen

Als Andenken an das erste »irgendwie andere« Bundestreffen durften sich die Teilnehmer der Wolfsburger Gruppe über das Buch »Lebenslinien« freuen. Mehr Infos über das Blaue Kreuz in Wolfsburg gibt es hier:
Website – Blaues Kreuz Wolfsburg




Liste aller Blaukreuzgruppen

in Niedersachsen und Bremen

Sie suchen eine Blaukreuzgruppe in Ihrer Nähe? Kein Problem! Die Liste aller Blaukreuz-Gruppen, -Treffen und -Ansprechpartner in Niedersachsen und Bremen wird regelmäig aktualisiert. Die Aufstellung in bewährter Form ist wahlweise sortiert nach Postleitzahlen oder Ortsnamen. Selbstverständlich sind sämtliche Adressen (bundesweit) auch über die interaktive Karte auf der Startseite des Bundesverbandes abrufbar
www.blaues-kreuz.de

Hier gehts zur Liste der Gruppen in Niedersachsen!

 

Sabine Göllnitz-Möbius ist Landesvorsitzende des Blauen Kreuzes in Niedersachsen

Sabine Göllnitz-Möbius ist die neue Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen im Blauen Kreuz. Sie ist 55 Jahre alt, verheiratet, hat eine erwachsene Tochter – in einem kleinen Interview stellt sie sich kurz vor und spricht über das, was sie sich vorgenommen hat.

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zur Landesvorsitzenden des Blauen Kreuzes in Niedersachsen – was bedeutet das für Dich persönlich?
Es ist eine große Ehre für mich und ich bin sehr dankbar für das große Vertrauen, das mir entgegengebracht wird.

Liebe Sabine, zunächst möchten wir Dich ein wenig besser kennenlernen:

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit – ganz gleich ob lebendig oder tot – treffen dürftest: Wer wäre es und warum?
Ich würde mich gerne mit Jesus unterhalten. Ich finde es beeindruckend, wie er mit den Menschen umgeht und all dem was sie ausmacht.

Wenn du ein Lebensmittel wärst: Welches wäre es?
Schokolade.

Wie oft schaust du am Tag auf dein Handy?
Viel zu oft.

Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich vorgestellt?
Das weiß ich gar nicht. Solange ich denken kann, wollte ich Lehrerin werden und meine Mutter hat nie etwas anderes vorgeschlagen. Hauptsache etwas Akademisches …

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?
Wenn einer meiner Liebsten Hilfe braucht.

Kannst du beim Nichtstun nichts tun?
Das fällt mir sehr sehr schwer, auch beim Nichtstun macht zumindest mein Kopf immer irgendetwas. Ich kann das eigentlich nur, wenn ich am Meer sitze.

Wenn alle Tiere reden könnten, welches Tier, denkst Du, wäre am nervigsten?
Fliegen, weil die immer da sind – und alles mitbekommen.

Was erstaunt dich am meisten bei den Menschen?
Wie unterschiedlich und einzigartig sie sind. Ich bin neugierig auf die Menschen. Ich möchte wissen, warum sie so geworden sind, wie sie sind.

Was möchtest du, dass die Menschen in einigen Lebenslektionen lernen?
Jede Lektion/Krise birgt ein großes Potential um sich besser kennenzulernen. Und Fähigkeiten in sich zu entdecken, die noch in ihm/ihr schlummern.

Welche Ziele hast Du Dir als Landesvorsitzende für Deine Amtszeit gesetzt und was wird sich für die Blaukreuzfamilie in Niedersachsen ändern?
Ich wünsche mir eine bessere Vernetzung der Gruppen, wie es sie regional ja auch schon gibt. Dass wir voneinander profitieren und uns gegenseitig stärken. Wir werden auch Projekte aus »Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege« kennenlernen mit neuen Ideen für ein neues Selbstverständnis der Selbsthilfegruppen .
Da ich seit 2006 in den Seminaren unterwegs bin, liegt mir die Seminararbeit besonders am Herzen. Wir haben wunderbare Seminarangebote, die noch mehr in Anspruch genommen werden könnten und somit auch ganz wertvolle neue Impulse in unsere Gruppen bringen können.

Inwieweit sind für Dich digitale Kommunikationswege im Blauen Kreuz von Bedeutung?
Ich denke, dass uns Corona gezeigt hat, dass wir auch andere Kommunikationswege nutzen können. Wir haben gute Erfahrungen mit dem BlueMeeting gemacht. Sicherlich ersetzen diese auf Dauer nicht den persönlichen Kontakt und Austausch, aber sie sind eine sehr sinnvolle Ergänzung. Gerade bei großen Entfernungen sind so zwischendurch kurzfristig digitale Treffen möglich, die zielführender sind, als viele Telefonate hin und her …
Regional haben etliche Betroffene auf diese Weise zum Blauen Kreuz gefunden. Vor allem jüngere Menschen werden durch digitale Kommunikation angesprochen.

Einige Blaukreuz-Gruppen im Lande haben Nachwuchssorgen.
Wie können zunehmend auch jüngere Menschen für die Mitarbeit im Blauen Kreuz begeistert werden?
Spezielle Angebote für jüngere Menschen haben wir in den Gruppen meist nicht, hier hoffe ich auf die Impulse aus dem Projekt »Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege«. Das allein wird das Problem aber nicht lösen, denn neue Besucher in den Gruppen heißt noch nicht, dass dadurch auch Mitarbeiter gefunden werden. Diese Frage wird uns in der nächsten Zeit weiter begleiten und sicher intensiv beschäftigen.

Wie wirst Du Dich den aktuellen Herausforderungen (z. B. Corona-Pandemie etc.) stellen?
In meinem Job habe ich gelernt, lösungsorientiert zu denken und das scheint mir auch im Blauen Kreuz ein guter Weg zu sein. Auch in der Pandemie sehe ich nicht vordergründig das Problem – wir dürfen uns z. B. dem andern nicht wie gewohnt nähern und in den Arm nehmen, das fördert  jedoch unsere Achtsamkeit und das dürfen wir in dieser Zeit üben.

›Blick in die Glaskugel‹ – wie wird das Blaue Kreuz in Niedersachsen in 5 Jahren aufgestellt sein?
Innovativ, offen, Gemeinschaft.

Abschließend eine persönliche Frage – was hat Dich einst zum Blauen Kreuz geführt?
Ich habe am 21.05.1999 als Betroffene den Weg zum Blauen Kreuz gefunden, als ich selber nicht mehr weiterwusste. Dort habe ich Rückhalt erfahren auf meinem Weg aus der Sucht und habe mit Gottes Hilfe gelernt, befreit zu leben.

Kleines Wortspiel zum Abschluss – bitte ergänze die folgenden Sätze:

Das Blaue Kreuz bedeutet für mich …Familie und es ist eine ganz besondere Lebenseinstellung. Wir begegnen uns dort mit einer gegenseitigen Wertschätzung und Offenheit, was in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist und viele Menschen, die das als Gäste erleben, immer wieder in Staunen versetzt.

Suchtkrankenhilfe ist … mehr als ein Job. Und ich freue mich, dass bei uns der Mensch im Mittelpunkt steht, den wir dabei unterstützen dürfen, befreit leben zu lernen – das ist doch so viel mehr als mit Tipps oder Druck das Suchtmittel wegzulassen.

Die Selbsthilfegruppen in Niedersachsen sind … wichtig.

Die Zukunft des Blauen Kreuzes …ist ein Projekt, das wir alle gemeinsam gestalten können.

Herzlichen Dank, für das Interview.

Ich wünsche dir Gottes reichen Segen für dieses Ehrenamt und freue mich, dies an deiner Seite mit den anderen Mitgliedern aus dem Vorstand tun zu dürfen.

Ingeborg Jockenhöfer

Ilona Alice Bühring

Sie möchten Helfen?
Spenden Online. Schnell und sicher.