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Landesverband Niedersachsen-Bremen

»ALLES ODER NICHTS – ALL OR NOTHING«

Blaues Mobil im Norden unterwegs

Das Blaue Mobil ist im Norden unterwegs und ermöglicht Suchtprävention und Hilfe vor Ort.

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Wie Ihr helfen könnt, erfahrt Ihr hier: https://www.wemag-crowd.de/blaues_mobil




Gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

Liebe Freundinnen und Freunde des Blauen Kreuzes,

Der Adventskranz leuchtet im warmen Kerzenlicht – die stille Zeit ist da. Vielleicht gelingt es uns, dem Alltagstrubel ein wenig zu entfliehen und uns auf die eigentliche Bedeutung des Advents zu besinnen. Das wünsche ich uns allen, die Vorfreude auf das Christkind, dass wir bei uns selbst ankommen, aber auch miteinander ins Gespräch kommen können und einander Zeit schenken. Ich bin sicher, dass wir dann Gottes Nähe spüren können und die Kraft, die diese Zeit ausstrahlen kann.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, auf das Jahr zurückzuschauen – wieder ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen. Nach langer Zeit ohne persönliche Begegnungen und/oder Online-Meetings waren nun endlich wieder Treffen mit vielen Menschen möglich. Was für ein Geschenk!

An dieser Stelle gleich ein wichtiger Termin im neuen Jahr: Unsere nächste Vertreterversammlung wird am 04.03.2023 im GRZ Krelingen stattfinden, die offizielle Einladung dazu erhaltet Ihr Mitte Februar, aber vielleicht könnt Ihr den Termin schon vormerken.

Die Seminararbeit liegt mir besonders am Herzen und ich wünsche mir für die Zukunft, wieder weiterführende Seminare zusätzlich bzw. nachfolgend zur Grundausbildung anbieten zu können. Daher freue ich mich, dass Ingrid Kampert und Olaf Schwabe im kommenden Jahr ein thematisches Seminar anbieten wollen – "Die Kunst, sich selbst oder eine Gruppe zu leiten". Das Seminar soll vom 9. bis 12. März 2023 in Rheine stattfinden (weitere Infos siehe Termine).

Ein weiterer Ausblick für das nächste Jahr ist, dass wir bei der Vielfalt der Fragen und Probleme, die immer mal wieder irgendwo auftreten, gerne feste Ansprechpartner bzw. Spezialisten benennen wollen, die dann für den Landesverband mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Das soll nicht nur die Mitglieder des Vorstands betreffen, gerne würden wir auch Fachleute aus den Gruppen mit einbeziehen, wenn diese sich in speziellen Themen gut auskennen und sich zur Verfügung stellen. Bitte hört Euch um und gebt mir gerne eine entsprechende Rückmeldung. Das gilt auch für alle Ideen und Wünsche, die Ihr habt – ich freue mich, davon zu hören und hoffe, dass wir gemeinsam einiges umsetzen können.

Ich wünsche Euch allen von Herzen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und möchte mit einem irischen Segen schließen:

Gottes Liebe wärme Dich,
Gottes Licht umstrahle Dich,
Gottes Geist möge allzeit in Dir sein.
Gottes Kraft soll in Dir wirken,
Gottes Macht soll Dich beschützen,
Gottes Friede soll Dich umgeben.

Herzliche Grüße
Sabine Göllnitz-Möbius
(1. Vorsitzende, Blaues Kreuz Landesverband Niedersachsen-Bremen)




Adventsfeier in Wolfsburg mit vielen bekannten Gesichtern

»Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens«

Mit diesem Vers aus dem Lukas-Evangelium begrüßte Siegfried Neumann, Vorsitzender des Wolfsburger Ortsvereins, nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause viele Mitglieder und Freunde zur Adventsfeier des Blauen Kreuzes. Auch Ehrengäste aus Politik, Kirche und Diakonie hatten den Weg in den Martin-Luther-Saal der Christuskirche gefunden.

Siegfried Neumann erinnerte an die vielen Höhen und Tiefen, die die Suchtselbsthilfe in den letzten Jahren durchschreiten musste, sah das Blaue Kreuz in Wolfsburg aber weiterhin auf sehr gutem Wege. Trotz der Pandemie konnte vielen Menschen aus der Sucht herausgeholfen werden.

Günther Henschel, Lektor und dem Blauen Kreuz freundschaftlich verbunden, hielt im Anschluss eine kurze Andacht, in der er das Eingangswort aufnahm und zunächst vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine das Thema »Friede auf Erden« thematisierte. Wenn auch aktuell die Sehnsucht der Menschen nach Frieden leider unerfüllt bleibe, so gebe es doch, auch jetzt zu Weihnachten, mit Gottes Hilfe Hoffnung und Zuversicht.

Die langjährig dem Blauen Kreuz verbundene Ortsbürgermeisterin von Wolfsburg-Nordstadt und heute niedersächsische Landtagsabgeordnete Immacolata Glosemeyer überbrachte zunächst Grüße aus der Politik – auch im Namen des Oberbürgermeisters. In ihrem persönlichen Grußwort ging sie auf die Leistungen der Suchtselbsthilfe ein und dankte den ehrenamtlichen Mitarbeitern dafür, dass sie der Gesellschaft auch in den schwierigen Zeiten der Pandemie Halt gegeben haben. Auch die Kirchen bezog sie in diesen Dank ein.

Erich Schubert, Ortsbürgermeister Stadtmitte in Wolfsburg dankte dem Blauen Kreuz für die wichtige soziale Unterstützung in schweren Zeiten. Auch die Leiterin der Suchthilfe der Wolfsburger Diakonie Julia Pannier nutzte die Möglichkeit, sich vorzustellen und eine weiterhin gute Zusammenarbeit zu wünschen.

Den Abschluss im Reigen der Ehrengäste bildete der »Hausherr« der Christuskirche, Pastor Matthias Weindel. Er erinnerte daran, in dieser Zeit noch einmal innezuhalten und sich darauf zu besinnen, was mit Weihnachten tatsächlich auf uns zu kommt. Anschließend gab es für alle Kaffee und Kuchen. Für die kleinen Gäste brachte die »Weihnachtsfrau« Ursula Fischer, noch süße Geschenke. Für 25jährige Mitgliedschaft im Blauen Kreuz Wolfsburg wurde Ulrich Fischer aus Fallersleben geehrt.

Siegfried Neumann bedankte sich bei den zahlreichen Spendern und Helfern, die die Adventsfeier erst möglich gemacht hatten. Ein besonderer Dank ging an die Stadtkirche, mit der sich das Blaue Kreuz eng verbunden fühlt. Es sei in diesen Zeiten nicht selbstverständlich, dass die Gemeinde ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Die Ehrenvorsitzende Helene Neumann dankte Siegfried Neumann für seine erfolgreiche Arbeit und übergab einen Blumenstrauß. Mit einem klangvollen »O du Fröhliche« endete die gelungene Veranstaltung.
 




Lebendige Gemeinschaft, Verantwortung übernehmen und mitgestalten

»Hinsehen. Ansehen. Mehr sehen.« … lautet das Jahresmotto für 2023. Neben den Neuwahlen zum Vorstand war es das Thema, was uns bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung beschäftigte.

Diese Mitgliederversammlung war im Vorfeld mit einigen Schwierigkeiten verbunden, denn der ursprünglich geplante Tagungsort wurde trotz unserer rechtzeitigen Reservierung seitens des Anbieters gecancelt, sodass wir uns kurzfristig um Ersatz bemühen mussten. Da die Zeit drängte, trafen wir uns an einem Freitag Ende September in Bremen.

Zunächst standen die üblichen Formalitäten auf der Tagesordnung. Da einige Amtszeiten endeten, gab es für einzelne Posten Neuwahlen. Sabine Göllnitz-Möbius wird weiterhin als 1. Vorsitzende die Geschicke unseres Landesverbandes Niedersachsen-Bremen leiten. Dabei wird sie weiterhin von Thomas Wendt unterstützt, der ebenfalls wieder im Vorstand dabei ist. Hinderk Troff wurde nach 28 Jahren aktiver Tätigkeit im Vorstand verabschiedet. Schatzmeisterin bleibt Ingeborg Jockenhöfer und das Amt der Schriftführerin hat weiterhin Christiane Krüger inne.
Wighart Fischer ist für die Beantragung von Fördermitteln zuständig. Weitere Beisitzer sind Reiner Fricke und Waldemar Janocha.

Bei der Abstimmung konnten wir sogar eine Teilnehmerin online dazu schalten – eine Option, die wir auch bei kommenden Veranstaltungen dieser Art anbieten werden.

Hinsehen. Ansehen. Mehr sehen.

Die Pandemie-Jahre waren für alle eine Zäsur, aber sie haben uns auch neue Wege und Möglichkeiten aufgezeigt. Zwar geht nichts über die persönlichen Begegnungen vor Ort, aber es ist gut, dass die Verbindungen aufgrund neuer Kommunikationswege nicht abreißen.

Wir alle haben die Sucht erlebt, sei es als Betroffene oder Angehörige und wissen, wie groß die Verzweiflung der Betroffenen und Angehörigen sein kann. Umso wichtiger ist es, heute genau hinzusehen, was sich hinter mancher Fassade für Dramen abspielen. Wir wissen, wie gut es tut, wenn uns jemand auf dem Weg aus der Sucht begleitet. Wir geben heute das weiter, was wir selbst erfahren haben – Zuversicht, Glauben und Hoffnung auf eine zufriedene Abstinenz.

»Hinsehen. Ansehen. Mehr sehen.« ist für uns ein Auftrag. Um diese wichtige Aufgabe zu erfüllen, brauchen wir Dich. Deine Geschichte, Deine Erfahrungen sind so wertvoll, dass sie für andere, die noch in der Sucht gefangen sind, zur Hoffnung werden können. Wer schenkt wird auch immer selbst beschenkt, denn, wenn Du Menschen beim Ausstieg aus der Sucht hilfst, trägt es dazu bei, die eigene Abstinenz zu festigen. Es ruft in Erinnerung, wie es uns einst selbst ergangen ist – für die meisten von uns ein Tiefpunkt im Leben, den wir nicht durch einen Rückfall erneut erleben möchten.

Wir möchten auch für Norddeutschland neue Seminare anbieten. Der aktuelle Ausbildungszyklus der Grundausbildung läuft noch bis Ende des Jahres 2023. Für 2024 wird eine neue Ausbildungsreihe *Suchtkrankenhelfer* geplant – sobald wir die genauen Termine und Veranstaltungsorte vorliegen haben, nehmen wir Anmeldungen entgegen (siehe Adresse und Telefonnummer am Ende des Artikels).

Neben den Besinnungstagen und Glaubensseminaren soll es auch zukünftig thematische Seminare geben und vielleicht auch etwas Spezielles für alle Mitarbeiter und Leiter in den Gruppen. Wir beginnen mit einem Seminar »Die Kunst, sich selbst und eine Gruppe zu leiten« auf Basis von TZI (Themenzentrierte Interakton), das vom 09. bis 12.03.2023 in Rheine stattfinden wird. Hierzu gibt es demnächst weitere Informationen.

Infos vorab erteilt Sabine Göllnitz-Möbius unter Tel. 0172 2603881 oder per E-Mail blaues-kreuz-ndsnoSpam@web.de

28 Jahre x engagiert + kritisch + kompetent = Hinderk Troff

28 Jahre war Hinderk Troff bei uns im Landesverband Niedersachsen eine Instanz. Hinderk hat sich in den vielen Jahren mit Herz und Hand für das Blaue Kreuz eingesetzt. Als kritischer Mitstreiter hat er die Dinge hinterfragt und beim Namen genannt, die Blaukreuz-Arbeit an der Basis konstruktiv unterstützt und gefördert.

Er war Vorreiter der Schulprävention in Ostfriesland und hat sich schon lange vor blu:prevent für die Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt und mit ihnen Projekte durchgeführt. Immer wieder gelang es ihm Spenden zu generieren und er war unser Fachmann für die Beantragung von Fördermitteln. Hier kennt er jeden Topf und jeden Kniff. Seinen Nachfolger Wighart hat er in den letzten Jahren bereits bestens auf die neue Aufgabe vorbereitet. Jetzt freut sich jetzt auf mehr Zeit mit seiner Frau, bei der er sich herzlich für die Unterstützung bedankt, mit der sie ihm bei all seinen Aufgaben den Rücken gestärkt hat.

Das Foto oben zeigt Hinderk Troff und Sabine Göllnitz-Möbius bei der Verabschiedung.

(Texte / Bildaufbereitung: Ilona Alice Bühring und Sabine Göllnitz-Möbius)

 

Blaukreuz-Gruppen tauschen sich aus

Blaukreuz-Forum in Wolfsburg

Das Forum ist ein in regelmäßigen Abständen stattfindendes Treffen unserer Blaukreuz-Selbsthilfegruppen aus dem südöstlichen Niedersachsen. Nachdem auch diese Treffen durch die Pandemie beeinträchtigt waren, konnte es am 20. August 2022 in Wolfsburg endlich wieder losgehen.

Die Gastgeberin Ursula Fischer, Mitglied im Vorstand des Wolfsburger Ortsvereins, konnte die Gäste herzlich begrüßen und sich über einen regen Gedankenaustausch zu allen aktuellen Themen der Suchtselbsthilfe freuen.

Christiane Krüger, langjährige Leiterin der Gifhorner Ortsgruppe, eröffnete das Forum und gab einen Impulsvortag zum Thema »Freude schenken, empfangen und empfinden« ins Teilnehmerfeld.

Die Landesverbandsvorsitzende und Leiterin der Osteroder Ortsgruppe Sabine Göllnitz-Möbius wagte dann natürlich auch den Blick zurück in die Pandemie-Zeit. Insgesamt war es für die Selbsthilfe, deren wesentlicher Bestandteil nun einmal die persönlichen Gespräche sind, eine große Herausforderung. Alle Beteiligten waren sich aber einig, dass das Gröbste nun überstanden sei und man zu neuen Zielen aufbrechen könne.

Unter dem Motto »Mut zur Veränderung« wurde das Thema in die Runde eingebracht, wie man sich zukünftig in der Öffentlichkeit noch besser präsentieren könnte. Daraus entwickelte sich eine rege Diskussion um den Einsatz des Blaukreuz-Mobils in Wolfsburg.

Das Blaukreuz-Mobil ist ein innovatives Pilotprojekt, das aktuell in Mecklenburg-Vorpommern getestet wird und dazu dient, die Blaukreuz-Arbeit für alle sichtbar in die Fläche zu tragen und entsprechend auf die Arbeit des Blauen Kreuzes aufmerksam zu machen. Die Teilnehmer waren sich darin einig, zu prüfen, ob dieser rollende Werbeträger nicht auch bald einmal in der Region Südost-Niedersachsen  für das Blaue Kreuz Flagge zeigen soll.  
Infos zum Projekt »Blaues Mobil«

Nach einer gelungenen Veranstaltung und dem abschließenden Reisesegen brachen die Teilnehmer gut gestärkt und voller neuer Ideen wieder in Ihre Heimat auf.

Bis zum nächsten Mal oder gerne jederzeit auf www.blaues-kreuz.de

Blaues Kreuz unterwegs – Seminar in Bad Bevensen

Anfang September 2022 zog sich das Blaue Kreuz Wolfsburg für ein besonderes Seminar nach Bad Bevensen zurück. Im schönen Ambiente des Tagungshauses des Gustav Stresemann Instituts im Ortsteil Medingen tauschten sich die 20 Teilnehmer unter der fachkundigen Moderation von Tjard Jacobs, Referent des Blauen Kreuzes, über das Thema Beziehungen aus.

Wie immer bei angeregten Diskussionen in der familiären Atmosphäre einer guten Gemeinschaft stellten alle schnell fest, dass man das Thema aus vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann.

Welche Beziehungen pflege ich zu anderen Menschen? Wie gehe ich mit meinem Gegenüber um? Natürlich wurden auch die Fragen bezüglich des Umgangs und der Beziehung zu Suchtmitteln beleuchtet. Aber schon bald näherte man sich dem Kern der Sache:

• Wie ist eigentlich meine Beziehung zu mir selbst?
• Mag ich mich eigentlich selbst?
• Gehe ich eigentlich wertschätzend und achtsam mit mir selbst um?

»Jeder von uns, der es geschafft hat, sich von der Sucht loszusagen, weiß das ganz genau. Erst wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, bin ich überhaupt in der Lage, meine vielfach durch die Sucht erschütterten Beziehungen zu reparieren und wieder Vertrauen zu meinem Gegenüber aufzubauen.« so Siegfried Neumann, 1. Vorsitzender des Wolfsburger Ortsvereins.

Neben den intensiven Diskussionen wurde aber auch ganz praktische Beziehungsarbeit geleistet. Während einige Teilnehmer die freie Zeit nutzten, um die Gartenanlagen des benachbarten Klosters Medingen zu erkunden, folgten andere bei schönstem Wetter dem Ruf der Soletherme von Bad Bevensen, um im warmen Wasser die Gedanken zu ordnen.

Nach einem rundum gelungenen Wochenende ging es mit vielen inspirierenden Gedanken und neuen Erkenntnissen wieder nach Hause.

Lust auf Inspiration ? www.blaues-kreuz-wob.de




Deichbrand-Musikfestival 2022 in Cuxhaven

Ende Juli konnte es wieder stattfinden – nach zwei Jahren Pandemie-Pause: Das Deichbrand-Musikfestival an der Nordsee in Cuxhaven-Nordholz. Über 60.000 Besucher erlebten die tolle Stimmung bei diesem Mega-Event.

Der Gesprächskreis für Suchtabhängige und Angehörige Cuxhaven – Freundeskreis des Blauen Kreuzes - und somit natürlich auch blu:prevent  waren wieder dabei. Damit löste die Gruppe ein Versprechen an die vielen Jugendlichen ein, die gefordert hatten, beim nächsten Deichbrand unbedingt wieder dabei zu sein.  

Allein schon der Gedanke, eine Sucht-Selbsthilfegruppe stellt sich den vielen tausenden Menschen auf einem Festival, steht Rede und Antwort, betreibt Präventionsarbeit, redet über Alkohol, Drogen, Mediensucht und vieles mehr und gibt den ratsuchenden Menschen bereitwillig Auskunft über ihr eigenes Schicksal. Was für eine Herausforderung!

12 Mitglieder, „vier davon alte Hasen“, die von 2019 Festivalerfahrung hatten, und acht neue „starke“ Leute- inklusive der Verstärkung vom Blauen Kreuz aus Bad Salzuflen wurden schon am ersten Tag von Jugendlichen begrüßt. Mit spielerischen Challenges machten wir auf die Gefahren der Sucht aufmerksam. Teilnehmer nahezu jeden Alters und jeglicher Couleur machten begeistert mit. Aber es wurden auch ernste Gespräche über eigene oder im engen Umfeld aufgetretene Suchtprobleme, Schwierigkeiten und deren Auswirkungen besprochen. Hilfsmaßnahmen wurden diskutiert und einzelne Termine für weitere Gespräche vereinbart.

Outdoor-Mikado mit Rauschbrillen

Aktionen am Stand wie Outdoor-Mikado (80 cm große Stäbchen), Ball- und Wikingerspiele, Beachvolleyball auf dem Outdoorgelände mit und ohne Rausch- und Drogenbrillen etc. zeigten, wie es ist, wenn ich mein Umfeld verschwommen oder verzerrt sehe, die Abstände bzw. die Entfernung nicht mehr richtig einschätzen kann.

Und dennoch war die Stimmung insgesamt anders als 2019. Die Belastungen durch Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die soziale Ungewissheit und weitere Themen aus dem gesellschaftlichen Leben wurden am Stand diskutiert und trugen laut Meinung einiger Teilnehmer dazu bei, dass die Stimmung bei vielen Leuten auf dem Festival einen „Hauch von Reserviertheit“ hatte. Die totale Unbeschwertheit war nicht wie sonst zu spüren. Umarmungen fielen spärlicher aus.

Es war aber dennoch ein gelungenes Festival, eine hervorragende Präventionsarbeit des Deichbrandteams, ausgedrückt durch die große Dankbarkeit der Jugendlichen und Erwachsenen, Einsicht von einigen und Anerkennung von vielen Besuchern. Es hat sich für alle gelohnt, denn Blu:prevent ist nicht nur Präventionsarbeit für andere. Es ist auch Arbeit an sich selbst.

Deichbrandfest – Blick hinter die Kulissen

Dankeschön an alle, die dabei waren

Bewusst haben die beiden Hauptorganisatoren des Deichbrandteams Kirsten Lafrentz und Detlef Rutsch neue und junge Leute ins Team geholt. Leute, die sich hier behaupten mussten, was absolut nicht einfach war. Sich den Gefahren gegenüber zu sehen, wenn es nach Alkohol oder anderen Substanzen riecht. Gefahren der gefühlsmäßigen »Beklemmung« durch die vielen Menschen, die man auf einem Festival sieht. Und dennoch offen über die eigene Suchterkrankung zu sprechen, ist keine ganz einfache Sache. Danke an alle, die mitgemacht haben!

Ein großes Dankeschön auch an alle Besucher und Beteiligten und an diejenigen, die wieder an uns und an die Aktion geglaubt haben.

Ein großes Dankeschön an die Organisatoren und unseren Ansprechpartner des Deichbrandfestivals, ohne deren Engagement und großzügige Unterstützung wir unseren Stand auf dem Platz und mit all unseren Leuten nicht so wirksam hätten darstellen können.

Einen ebenso besonderen Dank gilt der AOK Niedersachsen ohne deren großzügige finanzielle Unterstützung diese Aktion und Durchführung nicht möglich gewesen wäre.

Dankeschön an alle zwölf Mitstreiter des Deichbrand-Teams , die Freude und Dankbarkeit der Festivalbesucher – es ist Euer Verdienst.

Detlef Rutsch & Kirsten Lafrentz
Team Cuxhaven

Bericht vom Deichbrandfest: Detlef Rutsch; Fotos: Detlef Rutsch und Kim Wültner


Aktiv-Wochenende für mehr Leben

Das diesjährige Aktiv-Wochenende Norddeutschland (ehemals VMK) fand im April 2022 zum Jahresthema »für mehr Leben« in Krelingen statt.

Unter dem ersten Tagungspunkt »für mehr Leben« – für mich persönlich gab es Gelegenheit, aus der aktuellen Arbeit zu berichten und mitgebrachte Themen und Erwartungen an das Wochenende zu sammeln – hier einige Beispiele:

  • Erwartung und Freude Gemeinschaft zu erleben
  • Wie bewege ich Andere zur Gruppe zu kommen?
  • Brauchen jüngere Menschen ein anderes Angebot?
  • Wie kann ich Teilnehmer zur Mitarbeit bewegen?
  • Intensivere Öffentlichkeitsarbeit?
  • Wie gehen wir in der Gruppe mit aktuellen Themen zur Weltpolitik und Gesellschaft um?
  • Glaube und Gruppe?
  • Großes Thema: Dankbarkeit!

Zum Thema »für mehr Leben« – heute in der Gruppenarbeit zog Martin Schmidt den Vergleich zum Auto, denn das muss regelmäßig zum TÜV. Mit dieser Anregung wurden Punkte für eine Wartungsliste unserer Gruppen erarbeitet. Ganz individuell kann jede Gruppe Punkte auf den Prüfstand stellen und ermitteln, was gut läuft und wo es noch etwas zu tun gibt? Hier einige Beispiele:

  • Wie sieht das äußere Bild der Gruppe aus?
  • Wie sind die Räumlichkeiten gestaltet?
  • Welche Rolle spielen Evangelium und Glauben?
  • Wie steht es um die Ehrlichkeit?
  • Was erwarte ich persönlich von der Gruppe? Habe ich Vertrauen, offen über meine Gefühle zu reden
  • Erfahren Teilnehmer Annahme, Halt und Rückhalt
  • Ist Selbstreflexion möglich, dürfen Feedback und Kritik Raum finden?
  • Sind sie Aufgaben auf genügend Schultern verteilt?
  • Öffentlichkeitsarbeit und Internetpräsenz?
  • Wie sind wir extern eingebunden und vernetzt?
  • Ist ausreichend Geld vorhanden, Fördermittel genutzt?

Diese Punkte stehen nur beispielhaft und können beliebig ergänzt und ausgetauscht werden…

Vielleicht ist es eine Anregung, in den lokalen Gruppen ebenfalls mal einen »TÜV« zu starten.

Unter dem Punkt »für mehr Leben« – meine Visionen, meine Wünsche wurden verschiede Aspekte zusammengetragen, die die Teilnehmer bewegten oder im Rahmen des ‚TÜV‘ präsent wurden. Z.B.

  • Neue Flyer für lokale Gruppe mit eigenen Ideen, aber dem neuen Blau-Kreuz-Design wegen des Wiedererkennungswertes
  • Projektarbeiten regional wie z.B. einen Volkshochschulkurs zum Thema Sucht anbieten
  • Wandertage als niederschwelliges Angebot für Interessierte
  • Unterstützung der Gruppen untereinander, gegenseitige Besuche
  • Teilnehmer der Grundausbildung mehr bei den regionalen und überregionalen Veranstaltungen einbeziehen und die Möglichkeit der Mitarbeit fördern
  • Externe Referenten zu beliebigen und ganz unterschiedlichen Themen einladen – regional oder auch zum nächsten Aktiv-Wochenende
  • Weiterbildung, Aus- und Fortbildung, Supervision, Thematische Seminare zu Themen wie »Themenzentrierte Interaktion« (TZI), zu sich stehen, Helfersyndrom, Mut und Motivation, Konfliktbewältigung, Feedback, Abgrenzung etc.
  • Unterstützung im Glauben und im Gebet

Die Landesvorstände nehmen diese Anregungen als Aufträge mit in ihre weitere Arbeit. Weitere Ideen, Wünsche und Impulse werden gerne aufgenommen.

Einer der vielen geistlichen Impulse, die das Wochenende begleiteten, »für mehr Leben« – Gott sieht mehr in Dir als Du selbst! Jeder Mensch steckt voller Ressourcen, aber wie kann ich sie wecken und wie kann ich sie fördern?

Manchmal gilt es, Gewohnheiten aufzubrechen, etwas Neues auszuprobieren, die Komfortzone zu verlassen, damit mehr Leben möglich wird.

Text: Sabine Göllnitz-Möbius; Foto: Detlef Rutsch





Liste aller Blaukreuzgruppen

in Niedersachsen und Bremen

Sie suchen eine Blaukreuzgruppe in Ihrer Nähe? Kein Problem! Die Liste aller Blaukreuz-Gruppen, -Treffen und -Ansprechpartner in Niedersachsen und Bremen wird regelmäig aktualisiert. Die Aufstellung in bewährter Form ist wahlweise sortiert nach Postleitzahlen oder Ortsnamen. Selbstverständlich sind sämtliche Adressen (bundesweit) auch über die interaktive Karte auf der Startseite des Bundesverbandes abrufbar
www.blaues-kreuz.de

Hier gehts zur Liste der Gruppen in Niedersachsen!

 

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