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Landesverband Niedersachsen-Bremen

Die Rückkehr einer schönen Tradition und alter Freunde

Lange Zeit hatte die Corona-Pandemie die schöne Tradition der Kaffeeabende beim Blauen Kreuz ausgebremst. Am 25.06.2022 war es nun so weit. Die Tradition kehrte zurück.

Diese regelmäßig stattfindenden Zusammenkünfte sind immer ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee, Kuchen und selbstgemachten Leckereien. Aber natürlich spielen auch das Gebet, der gemeinsame Gesang oder der eine oder andere Vortrag eine wichtige Rolle bei dieser Veranstaltung. »Wichtig ist uns dabei, das Zusammensein und die Gemeinschaft wieder stärker zu erleben.«, so Helene Neumann, Ehrenvorsitzende des Wolfsburger Ortsvereins.

Deshalb freute sich Helene Neumann diesmal umso mehr, dass sich zwei langjährig dem Blauen Kreuz in Wolfsburg verbundene Freunde entschlossen hatten, in der ersten Veranstaltung nach der Corona-Pandemie Mitglied im Verein zu werden.

Karin und Matthias Kalberlah kennen das Blaue Kreuz und die Gruppe in Wolfsburg wirklich schon sehr lange. »Ich habe es vor über 30 Jahren mit der Hilfe des Blauen Kreuzes geschafft, meine Alkoholkrankheit zu stoppen.«, so Matthias.

Die besondere Verbundenheit zu Wolfsburg hielt auch in der Zeit an, als die beiden in ihrem bewegten Leben viel in der Welt herumkamen. So führte sie ihr Lebensweg unter anderem mehrere Jahre nach Süditalien und selbst nach Island, bevor sie längere Zeit in Hamburg lebten. »Wer die ganze Geschichte hören will, kann gerne vorbeikommen. Aber bringt viel Zeit mit, denn das dauert länger.«, scherzten dann die beiden lachend.

Nachdem sich dann aber der Ruhestand ankündigte, fassten Karin und Matthias dann aber doch noch den Entschluss, wieder in die Region Wolfsburg zurückzukehren und leben nun nach der Großstadt an der Elbe im doch etwas beschaulicheren Königslutter. So schloss sich ein Stück weit der Kreis des Lebens und Karin und Matthias kehrten gern wieder in die Wolfsburger Blaukreuzgruppe zurück, auch wenn sie sie eigentlich nie richtig verlassen hatten.

»Der Rückkehr in die Region und auch zum Blauen Kreuz in Wolfsburg bedeutet nach den vielen Jahren der Verbundenheit doch sehr viel, aber vor allem bedeutet beides für uns eins: Heimat!«   

Möchten Sie auch so interessante Menschen kennenlernen? – www.blaues-kreuz-wob.de

Aktiv-Wochenende für mehr Leben

Das diesjährige Aktiv-Wochenende Norddeutschland (ehemals VMK) fand im April 2022 zum Jahresthema »für mehr Leben« in Krelingen statt.

Unter dem ersten Tagungspunkt »für mehr Leben« – für mich persönlich gab es Gelegenheit, aus der aktuellen Arbeit zu berichten und mitgebrachte Themen und Erwartungen an das Wochenende zu sammeln – hier einige Beispiele:

  • Erwartung und Freude Gemeinschaft zu erleben
  • Wie bewege ich Andere zur Gruppe zu kommen?
  • Brauchen jüngere Menschen ein anderes Angebot?
  • Wie kann ich Teilnehmer zur Mitarbeit bewegen?
  • Intensivere Öffentlichkeitsarbeit?
  • Wie gehen wir in der Gruppe mit aktuellen Themen zur Weltpolitik und Gesellschaft um?
  • Glaube und Gruppe?
  • Großes Thema: Dankbarkeit!

Zum Thema »für mehr Leben« – heute in der Gruppenarbeit zog Martin Schmidt den Vergleich zum Auto, denn das muss regelmäßig zum TÜV. Mit dieser Anregung wurden Punkte für eine Wartungsliste unserer Gruppen erarbeitet. Ganz individuell kann jede Gruppe Punkte auf den Prüfstand stellen und ermitteln, was gut läuft und wo es noch etwas zu tun gibt? Hier einige Beispiele:

  • Wie sieht das äußere Bild der Gruppe aus?
  • Wie sind die Räumlichkeiten gestaltet?
  • Welche Rolle spielen Evangelium und Glauben?
  • Wie steht es um die Ehrlichkeit?
  • Was erwarte ich persönlich von der Gruppe? Habe ich Vertrauen, offen über meine Gefühle zu reden
  • Erfahren Teilnehmer Annahme, Halt und Rückhalt
  • Ist Selbstreflexion möglich, dürfen Feedback und Kritik Raum finden?
  • Sind sie Aufgaben auf genügend Schultern verteilt?
  • Öffentlichkeitsarbeit und Internetpräsenz?
  • Wie sind wir extern eingebunden und vernetzt?
  • Ist ausreichend Geld vorhanden, Fördermittel genutzt?

Diese Punkte stehen nur beispielhaft und können beliebig ergänzt und ausgetauscht werden…

Vielleicht ist es eine Anregung, in den lokalen Gruppen ebenfalls mal einen »TÜV« zu starten.

Unter dem Punkt »für mehr Leben« – meine Visionen, meine Wünsche wurden verschiede Aspekte zusammengetragen, die die Teilnehmer bewegten oder im Rahmen des ‚TÜV‘ präsent wurden. Z.B.

  • Neue Flyer für lokale Gruppe mit eigenen Ideen, aber dem neuen Blau-Kreuz-Design wegen des Wiedererkennungswertes
  • Projektarbeiten regional wie z.B. einen Volkshochschulkurs zum Thema Sucht anbieten
  • Wandertage als niederschwelliges Angebot für Interessierte
  • Unterstützung der Gruppen untereinander, gegenseitige Besuche
  • Teilnehmer der Grundausbildung mehr bei den regionalen und überregionalen Veranstaltungen einbeziehen und die Möglichkeit der Mitarbeit fördern
  • Externe Referenten zu beliebigen und ganz unterschiedlichen Themen einladen – regional oder auch zum nächsten Aktiv-Wochenende
  • Weiterbildung, Aus- und Fortbildung, Supervision, Thematische Seminare zu Themen wie »Themenzentrierte Interaktion« (TZI), zu sich stehen, Helfersyndrom, Mut und Motivation, Konfliktbewältigung, Feedback, Abgrenzung etc.
  • Unterstützung im Glauben und im Gebet

Die Landesvorstände nehmen diese Anregungen als Aufträge mit in ihre weitere Arbeit. Weitere Ideen, Wünsche und Impulse werden gerne aufgenommen.

Einer der vielen geistlichen Impulse, die das Wochenende begleiteten, »für mehr Leben« – Gott sieht mehr in Dir als Du selbst! Jeder Mensch steckt voller Ressourcen, aber wie kann ich sie wecken und wie kann ich sie fördern?

Manchmal gilt es, Gewohnheiten aufzubrechen, etwas Neues auszuprobieren, die Komfortzone zu verlassen, damit mehr Leben möglich wird.

Text: Sabine Göllnitz-Möbius; Foto: Detlef Rutsch

Zwei Bundesländer – ein Landesverband

Bericht von der Vertreterversammlung 2021

Die diesjährige Vertreterversammlung fand Mitte Oktober in Bremen statt. Obwohl Bremen eigentlich einen eigenen Landesverband (LV) hat, war es der perfekte Ort für diese Jahreshauptversammlung. Im Vorstand wurde nämlich die Zusammenführung des LV Niedersachsen mit dem LV Bremen beschlossen und zwischenzeitlich bei der Bundeszentrale des Blauen Kreuzes in Deutschland in Wuppertal beantragt. Voraussichtlich schon in diesem Jahr werden sich die beiden Landesverbände, die bereits in der Vergangenheit stets gut zusammengearbeitet haben, zum Landesverband Niedersachsen-Bremen verbinden.

Tjard Jacobs, Reisesekretär des Blauen Kreuzes im Norden, hielt eine kurze Andacht zum Thema »Unvollkommene Gemeinschaft« basierend auf Lukas 5.7. Die Geschichte in der Bibel handelt von Petrus, der von Jesus den Auftrag erhielt, fischen zu gehen. Die Aussichten auf einen guten Fang waren gering. Wider Erwarten waren die Netze aber so prall gefüllt, dass Petrus alle, die in der Nähe waren, zur Hilfe rief, die Netze einzubringen. Ganz gleich, welche Voraussetzungen sie mitbrachten, alle halfen mit. Diese Geschichte bot ein schönes Bild einer ›unvollkommenen‹ Gemeinschaft. Niemand ist perfekt, jeder kann mit seinen Stärken und Schwächen und individueller Lebensgeschichte einbringen. Alle ergänzen sich wunderbar. Ein gutes Beispiel auch für uns im Blauen Kreuz.

Neben den üblichen Regularien einer Vertreterversammlung (Kassenbericht, Kassenprüfung, Zuschüsse etc.), gab es Berichte aus dem Landesverband. Gemeinsam mit den anwesenden Gruppenvertretern haben wir uns die Zeit für einen ausführlichen Austausch genommen.

Blaues Kreuz gemeinsam online erleben!
Aus dem Bundesverband gab es einen Rückblick auf das Bundestreffen, das in diesem Jahr pandemiebedingt als Online-Veranstaltung stattfand. BlueMeeting, das Online-Gruppenangebot (mehr Infos hier: BlueMeeting) hat sich gut entwickelt und wird viel genutzt. Inzwischen gibt es auch schon mehrere Online-Gruppen.
Bluespirit von Jürgen Paschke (Mehr Infos hier BlueSpirit) und der »Blaue Impuls« von Tjard Jacobs haben sich fest etabliert und werden auch künftig als Quelle der Inspiration erhalten bleiben.

Thematischer Impuls – »Reden tut gut – wie gehen wir miteinander um?«
Kommunikation ist gerade bei uns im Blauen Kreuz ein wichtiges Thema. Wir können nicht »NICHT-kommunizieren«. Selbst wenn wir schweigen, senden wir durch Mimik, Gestik und Körperhaltung Botschaften an unsere Umgebung. Ingeborg Jockenhöfer hielt einen kleinen Vortrag über gewaltfreie Kommunikation, bei dem es im Kern darum ging, dass wir uns vieler Wertungen in unseren Worten gar nicht bewusst sind. Das fängt bereits auf der gedanklichen Ebene an. Anhand von Beispielen konnte geübt werden, gewaltfreie Formulierungen zu finden, durch die auch ein Umdenken angeregt wurde. Die anschließende lebhafte Diskussion zeigte, dass dieses Thema nicht in aller Kürze abgehandelt werden kann – vielleicht gibt es in absehbarer Zeit dazu ein Seminar …

Zum Abschluss wurde noch ein Blick auf das kommende Jahr geworfen. Es war eine rundherum gelungene Vertreterversammlung in entspannter Atmosphäre. Ein Dankeschön gilt den Bremern für ihre Gastfreundschaft.
(Bericht: Sabine Göllnitz-Möbius und Ilona Alice Bühring)



Die Wolfsburger waren dabei

gemeinsam. echt. frei.

... lautete das Motto für das diesjährige Bundestreffen des Blauen Kreuzes, das aufgrund der Pandemie zum ersten Mal online stattfand. Andreas Kempfert aus Wolfsburg berichtet vom gemeinsamen Event:

Eigentlich war alles klar und bereits organisiert beim Blauen Kreuz. Der Höhepunkt der Blaukreuz-Arbeit, das alle fünf Jahre stattfindende Bundestreffen, sollte bereits 2020 über die Bühne gehen. Dann kam die Corona-Pandemie und alles wurde anders. Aufgeben wollte aber niemand und so wurde das Bundestreffen am 19. Juni 2021 als Online-Event nachgeholt.

»Es ist natürlich sehr schade, dass diesmal nicht die Möglichkeit bestand, sich mit den vielen anderen Gruppen aus ganz Deutschland persönlich auszutauschen. Aber es galt, das Beste aus der gegenwärtigen Situation zu machen, und das haben wir getan«, erklärte Siegfried Neumann, 1. Vorsitzender des Wolfsburger Ortsvereins. Viele der fast 1100 Gruppen und Vereine, zusammengeschlossen im Blauen Kreuz in Deutschland e.V. um suchtkranken Menschen und deren Angehörigen zu helfen, nahmen an der zentralen Online-Veranstaltung teil. Mit von der Partie war auch die Wolfsburger Blaukreuzgruppe.

Die Michaelis-Kirchengemeinde in Fallersleben stellte Räumlichkeiten und die erforderliche Technik zur Verfügung. »Es ist insbesondere in solchen Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich, dass eine Kirchengemeinde so großzügig handelt. Deshalb bedanken wir uns ganz herzlich bei der Michaelis-Kirchengemeinde«, führte Neumann aus.

Neben den Liveschaltungen zu verschiedenen Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland standen als Highlights Impulsvorträge auf dem Programm, die das Thema des Bundestreffens »gemeinsam. echt. frei.« aufnahmen. Jürgen Paschke, Bundesvorsitzender des Blauen Kreuzes, führte die Teilnehmer mit einem spannenden Interview durch 135 Jahre Geschichte des Blauen Kreuzes.

Nach dem offiziellen Teil schloss das Bundestreffen mit der Übertragung des Theaterstücks »Sinneswandel« aus dem Falkenroth-Haus Hagen und einem Livestream Konzert mit Judy Bailey.

Impressionen vom Online-Bundestreffen

Als Andenken an das erste »irgendwie andere« Bundestreffen durften sich die Teilnehmer der Wolfsburger Gruppe über das Buch »Lebenslinien« freuen. Mehr Infos über das Blaue Kreuz in Wolfsburg gibt es hier:
Website – Blaues Kreuz Wolfsburg




Liste aller Blaukreuzgruppen

in Niedersachsen und Bremen

Sie suchen eine Blaukreuzgruppe in Ihrer Nähe? Kein Problem! Die Liste aller Blaukreuz-Gruppen, -Treffen und -Ansprechpartner in Niedersachsen und Bremen wird regelmäig aktualisiert. Die Aufstellung in bewährter Form ist wahlweise sortiert nach Postleitzahlen oder Ortsnamen. Selbstverständlich sind sämtliche Adressen (bundesweit) auch über die interaktive Karte auf der Startseite des Bundesverbandes abrufbar
www.blaues-kreuz.de

Hier gehts zur Liste der Gruppen in Niedersachsen!

 

Sabine Göllnitz-Möbius ist Landesvorsitzende des Blauen Kreuzes in Niedersachsen

Sabine Göllnitz-Möbius ist die neue Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen im Blauen Kreuz. Sie ist 55 Jahre alt, verheiratet, hat eine erwachsene Tochter – in einem kleinen Interview stellt sie sich kurz vor und spricht über das, was sie sich vorgenommen hat.

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zur Landesvorsitzenden des Blauen Kreuzes in Niedersachsen – was bedeutet das für Dich persönlich?
Es ist eine große Ehre für mich und ich bin sehr dankbar für das große Vertrauen, das mir entgegengebracht wird.

Liebe Sabine, zunächst möchten wir Dich ein wenig besser kennenlernen:

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit – ganz gleich ob lebendig oder tot – treffen dürftest: Wer wäre es und warum?
Ich würde mich gerne mit Jesus unterhalten. Ich finde es beeindruckend, wie er mit den Menschen umgeht und all dem was sie ausmacht.

Wenn du ein Lebensmittel wärst: Welches wäre es?
Schokolade.

Wie oft schaust du am Tag auf dein Handy?
Viel zu oft.

Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich vorgestellt?
Das weiß ich gar nicht. Solange ich denken kann, wollte ich Lehrerin werden und meine Mutter hat nie etwas anderes vorgeschlagen. Hauptsache etwas Akademisches …

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?
Wenn einer meiner Liebsten Hilfe braucht.

Kannst du beim Nichtstun nichts tun?
Das fällt mir sehr sehr schwer, auch beim Nichtstun macht zumindest mein Kopf immer irgendetwas. Ich kann das eigentlich nur, wenn ich am Meer sitze.

Wenn alle Tiere reden könnten, welches Tier, denkst Du, wäre am nervigsten?
Fliegen, weil die immer da sind – und alles mitbekommen.

Was erstaunt dich am meisten bei den Menschen?
Wie unterschiedlich und einzigartig sie sind. Ich bin neugierig auf die Menschen. Ich möchte wissen, warum sie so geworden sind, wie sie sind.

Was möchtest du, dass die Menschen in einigen Lebenslektionen lernen?
Jede Lektion/Krise birgt ein großes Potential um sich besser kennenzulernen. Und Fähigkeiten in sich zu entdecken, die noch in ihm/ihr schlummern.

Welche Ziele hast Du Dir als Landesvorsitzende für Deine Amtszeit gesetzt und was wird sich für die Blaukreuzfamilie in Niedersachsen ändern?
Ich wünsche mir eine bessere Vernetzung der Gruppen, wie es sie regional ja auch schon gibt. Dass wir voneinander profitieren und uns gegenseitig stärken. Wir werden auch Projekte aus »Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege« kennenlernen mit neuen Ideen für ein neues Selbstverständnis der Selbsthilfegruppen .
Da ich seit 2006 in den Seminaren unterwegs bin, liegt mir die Seminararbeit besonders am Herzen. Wir haben wunderbare Seminarangebote, die noch mehr in Anspruch genommen werden könnten und somit auch ganz wertvolle neue Impulse in unsere Gruppen bringen können.

Inwieweit sind für Dich digitale Kommunikationswege im Blauen Kreuz von Bedeutung?
Ich denke, dass uns Corona gezeigt hat, dass wir auch andere Kommunikationswege nutzen können. Wir haben gute Erfahrungen mit dem BlueMeeting gemacht. Sicherlich ersetzen diese auf Dauer nicht den persönlichen Kontakt und Austausch, aber sie sind eine sehr sinnvolle Ergänzung. Gerade bei großen Entfernungen sind so zwischendurch kurzfristig digitale Treffen möglich, die zielführender sind, als viele Telefonate hin und her …
Regional haben etliche Betroffene auf diese Weise zum Blauen Kreuz gefunden. Vor allem jüngere Menschen werden durch digitale Kommunikation angesprochen.

Einige Blaukreuz-Gruppen im Lande haben Nachwuchssorgen.
Wie können zunehmend auch jüngere Menschen für die Mitarbeit im Blauen Kreuz begeistert werden?
Spezielle Angebote für jüngere Menschen haben wir in den Gruppen meist nicht, hier hoffe ich auf die Impulse aus dem Projekt »Sucht-Selbsthilfe geht neue Wege«. Das allein wird das Problem aber nicht lösen, denn neue Besucher in den Gruppen heißt noch nicht, dass dadurch auch Mitarbeiter gefunden werden. Diese Frage wird uns in der nächsten Zeit weiter begleiten und sicher intensiv beschäftigen.

Wie wirst Du Dich den aktuellen Herausforderungen (z. B. Corona-Pandemie etc.) stellen?
In meinem Job habe ich gelernt, lösungsorientiert zu denken und das scheint mir auch im Blauen Kreuz ein guter Weg zu sein. Auch in der Pandemie sehe ich nicht vordergründig das Problem – wir dürfen uns z. B. dem andern nicht wie gewohnt nähern und in den Arm nehmen, das fördert  jedoch unsere Achtsamkeit und das dürfen wir in dieser Zeit üben.

›Blick in die Glaskugel‹ – wie wird das Blaue Kreuz in Niedersachsen in 5 Jahren aufgestellt sein?
Innovativ, offen, Gemeinschaft.

Abschließend eine persönliche Frage – was hat Dich einst zum Blauen Kreuz geführt?
Ich habe am 21.05.1999 als Betroffene den Weg zum Blauen Kreuz gefunden, als ich selber nicht mehr weiterwusste. Dort habe ich Rückhalt erfahren auf meinem Weg aus der Sucht und habe mit Gottes Hilfe gelernt, befreit zu leben.

Kleines Wortspiel zum Abschluss – bitte ergänze die folgenden Sätze:

Das Blaue Kreuz bedeutet für mich …Familie und es ist eine ganz besondere Lebenseinstellung. Wir begegnen uns dort mit einer gegenseitigen Wertschätzung und Offenheit, was in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist und viele Menschen, die das als Gäste erleben, immer wieder in Staunen versetzt.

Suchtkrankenhilfe ist … mehr als ein Job. Und ich freue mich, dass bei uns der Mensch im Mittelpunkt steht, den wir dabei unterstützen dürfen, befreit leben zu lernen – das ist doch so viel mehr als mit Tipps oder Druck das Suchtmittel wegzulassen.

Die Selbsthilfegruppen in Niedersachsen sind … wichtig.

Die Zukunft des Blauen Kreuzes …ist ein Projekt, das wir alle gemeinsam gestalten können.

Herzlichen Dank, für das Interview.

Ich wünsche dir Gottes reichen Segen für dieses Ehrenamt und freue mich, dies an deiner Seite mit den anderen Mitgliedern aus dem Vorstand tun zu dürfen.

Ingeborg Jockenhöfer

Ilona Alice Bühring

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